13.11.1989

Daimler/MBB: Noch eine Ministergenehmigung?

Das von den Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer favorisierte Konsortium, das die zum Verkauf stehenden Bereiche Marinetechnik von MBB und der Daimler-Benz-Tochter AEG übernehmen soll, stößt auf erhebliche kartellrechtliche Probleme. Schon vor den Einigungsverhandlungen Mitte vergangener Woche hatte das Bundeskartellamt den Beteiligten signalisiert, es werde voraussichtlich den Zusammenschluß untersagen. Geplant ist ein Unternehmen Systemtechnik Nord, an dem sich Krupp mit 35 Prozent, die Werft Bremer Vulkan und der Salzgitter-Konzern mit je 30 Prozent sowie zwei kleinere Werften mit zusammen 5 Prozent beteiligen. Es soll die Sparten Marinetechnik von AEG und MBB übernehmen. Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann hatte den Verkauf dieser Unternehmensteile bei seiner Sondergenehmigung im Fusionsfall Daimler/MBB zur Bedingung gemacht. Jetzt fürchtet das Kartellamt, durch das geplante Verbundunternehmen, in das auch die Elektronikfirma Krupp Atlas eingebracht werden soll, entstünde eine marktbeherrschende Stellung vor allem bei der Ausrüstung von Kriegsschiffen. Um die Großfusion Daimler/MBB nicht zu gefährden, müßte Haussmann eine weitere Ministererlaubnis geben und damit das Kartellamt überstimmen.

DER SPIEGEL 46/1989
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