09.10.1989

Lange Leitung nach Portugal

Die Manager des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks geben weiter Geld in großem Stil aus. Nach dem Kauf der Deutschen Texaco für rund zwei Milliarden Mark planen die Essener nun ein internationales Stromprojekt von gewaltigen Ausmaßen. Der mit flüssigen Mitteln reich gesegnete Stromkonzern will eine Transitleitung von der spanisch-französischen Grenze nach Portugal bauen. Den Strom soll die Electricite de France liefern. Portugal hat zu geringe Kraftwerkskapazitäten, die französische Staatsfirma zuviel davon. Die lange Leitung wird über eine Milliarde Mark kosten, doch das Geld ist wahrscheinlich gut angelegt: Für Transitleitungen dieser Art werden in der Branche deftige Gebühren kassiert. Das Dreiecksgeschäft soll dem deutschen Stromversorger einen weiteren Vorteil bringen: Die Franzosen werden nach dem Bau der Portugal-Trasse nicht länger darauf dringen, mit der Verwirklichung des EG-Binnenmarktes Ende 1992 ihren überschüssigen Billigstrom aus Kernkraftwerken in die Bundesrepublik zu liefern. Gegen dieses Ansinnen aus Paris haben sich die deutschen Stromfabrikanten bisher heftig gewehrt.

DER SPIEGEL 41/1989
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