09.10.1989

Appetit auf Nachschläge

Die Arbeitnehmer wollen teilhaben am Wirtschaftsboom, in der bundesdeutschen Metallindustrie lassen sich Forderungen nach Lohnnachschlägen immer schwerer abblocken. Erst kürzlich hatten große Automobilkonzerne wie Ford, Opel und VW ihren Mitarbeitern Sonderprämien von bis zu 700 Mark bezahlt; die Beschäftigten bei Mercedes und Porsche erstritten Nachschläge von 100 beziehungsweise 600 Mark. Nun wächst auch bei den Arbeitnehmern in kleinen und mittleren Unternehmen der Metallbranche der Wunsch, an den glänzenden Gewinnen teilzuhaben. So will der Betriebsrat des Waiblinger Sägenherstellers Stihl für die 3500 Beschäftigten bis Anfang November eine Prämie von rund 600 Mark aushandeln. Die Arbeitnehmervertreter des Uhinger Automobilzulieferers Allgaier möchten bis zu 200 Mark pro Mitarbeiter herausholen. Tarifpolitiker wie IG-Metall-Vorstandsmitglied Klaus Zwickel fürchten, die Sonderprämien könnten die Position der Metaller bei der kommenden Tarifrunde schwächen und den gewerkschaftlichen Einfluß in den Betrieben schmälern.

DER SPIEGEL 41/1989
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