09.10.1989

Mit Prügeln zur Erkenntnis

Richard Attenboroughs Südafrika-Film "Cry Freedom" in allen Ehren - doch dieser hier ist der erste, der wirklich von innen kommt. "Mapantsula", derzeit in den deutschen Programmkinos, erzählt die Geschichte eines brutal-egoistischen Eckenlungerers und Straßenräubers aus Soweto (Thomas Mogotlane), den die Polizei als Spitzel auf Bürgerrechtler ansetzen will und ihm die Erkenntnis buchstäblich in den Kopf prügelt. Regisseur Oliver Schmitz konnte den im Apartheid-Staat verbotenen Film nur drehen, indem er der Zensur ein verwässertes Krimi-Drehbuch vorlegte und den Streifen in England montierte. Weiße kommen nur als Randfiguren vor, und bei der Betrachtung des auf englisch, afrikaans und zulu gedrehten und gelegentlich arg brav erzählten Films entsteht ein reizvoller Effekt: In den Milieuszenen aus Soweto wirkt der Spielfilm seltsam authentisch wie eine Dokumentation.

DER SPIEGEL 41/1989
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