13.11.1989

Jean-Pierre Chevenement

Jean-Pierre Chevenement, 50, französischer Verteidigungsminister, versucht sich angesichts knapper Haushaltsmittel als Immobilienhändler. Um Geld für die Modernisierung seiner Armee beizutreiben, verhökert der Sozialist Liegenschaften des Ministeriums. Nachdem er bereits das Marine-Observatorium in Toulon und eine Festung im südfranzösischen Lavandou versilbert hat, stößt er jetzt mit seiner Absicht, die Zitadelle von Saint-Tropez (Foto) meistbietend zu verkaufen, auf erbitterten Widerstand. Die Bürger würden das Gemäuer "eher im Sturm einnehmen" als zulassen, daß es von Spekulanten aufgekauft wird, drohte Bürgermeister Alain Spada. In einem Brief an Chevenement bot der wackere Gemeindevorsteher für das trutzige Bauwerk einen symbolischen Preis von einem Franc, denn, so der schlaue Spada, "für ihr von den Vätern ererbtes Eigentum brauchen die Tropezianer sowieso nichts zu bezahlen".

DER SPIEGEL 46/1989
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