09.10.1989

MODERNES LEBENHosen, Hosen, Hosen . . .

Wer glaubt, daß eine Hose der anderen relativ ähnlich ist, weil Hosen in jedem Fall aus zwei Stoffröhren bestehen, die oben zusammengewachsen sind, kann in diesem Winter dazulernen. Im textilen Gewerbe ist weltweit in puncto Damenhose ein kreativer Schub zu beobachten, und das saisonal wechselnde Diktat von "Schlag" bis "Karotte" scheint erledigt. Mal umspielt weiches Edelmaterial die Frau untenrum vom Schenkel bis zur Ferse in so irreführender Weite, daß modische Laien auf Rock tippen könnten; mal verjüngen sich Stoff- oder Lederfülle knieabwärts rapide zu einem Behang namens Jodphurs, der den Beinen der Trägerin die Silhouette umgedrehter Kegel verleiht. Winterlich getrimmte Kurzhosen aus derbem Tweed lenken ohne Rücksicht auf die frostige Jahreszeit den Blick auf eine der ästhetisch heikelsten Zonen des menschlichen Körpers: das Knie. In New York macht die gute alte Trägerhose Furore, figurnah geschnitten und mit Kummerbund. Buchstäblich dicht auf den Fersen liegt ein Modell, das manchem noch als Keilhose in Erinnerung sein mag; eine aktuelle Variante 1989/90 kommt allerdings in Stretchsamt daher und soll nicht auf dem Idiotenhügel, sondern auf der Cocktailparty schmücken. Auch die klassische Eleganz ist nicht vergessen. Wer es damenhaft liebt, wählt die gerade geschnittene Herrenhose.

DER SPIEGEL 41/1989
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