09.10.1989

MODERNES LEBENHugo schonte die Deutschen

Er entlaubte tropische Regenwälder, schwemmte seidenweiche Korallenstrände hinweg, setzte Hotellobbys unter Wasser und kippte Airport Towers um. "Für uns aber war Hugo der Kräftige ein recht wirkungsloser Wirbelsturm", sagt Jacko Hassenmeier vom Reiseveranstalter TUI. Offenkundig war Hurrikan Hugo, der Mitte letzten Monats Schneisen in die karibische Urlaubswelt schlug, auf rätselhafte Weise dem deutschen Tourismusgewerbe verbunden: Er sparte sämtliche Gebiete aus, die bundesdeutsche Pauschalurlauber (abgelaufene Saison: 20 000) ansteuern. Keinen Schaden nahmen etwa die Touristenzentren in Yucatan, der Dominikanischen Republik, Florida und auf den Bahamas. Wo bislang französische, britische oder amerikanische Reiseveranstalter bevorzugt Kunden hinschickten, muß im Winter mit Einschränkungen gerechnet werden. Neben den schwer beschädigten US-Jungferninseln wütete Hugo vor allem auf der Insel Guadeloupe, deren Luxusherbergen noch keine Wiedereröffnungsdaten nennen wollen. Bewohner der total zerstörten britischen Kronkolonie Montserrat, Geheimtip vieler Showgrößen, fühlen sich gar ins "Petroleum-Zeitalter" zurückversetzt.

DER SPIEGEL 41/1989
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Hugo schonte die Deutschen