09.10.1989

MODERNES LEBENNeuer Wirbel um die „Schwertlilien“

Das bröckelnde Imperium des australischen Industriemagnaten Alan Bond hat Auswirkungen auf den internationalen Kunstmarkt. Um seine Kreditwürdigkeit aufzubessern und einem Teil seiner Verbindlichkeiten nachkommen zu können, will der hochverschuldete Multi sich von einigen Stücken aus seiner hochkarätigen Kunstsammlung trennen. So soll nächsten Monat in New York ein Prachtstück der Bond-Kollektion, Manets "La Promenade", versteigert werden. Der erwartete Erlös von rund zwölf Millionen Dollar entspricht etwa der Summe, mit der Bond beim Londoner Auktionshaus Sotheby noch in der Kreide steht. Weil Sotheby versprochen hatte, ihm die Hälfte jedweden Kaufpreises vorzustrecken, hatte Bond vor knapp zwei Jahren ebendort van Goghs "Schwertlilien" für 49 Millionen Dollar ersteigert. Wie lange er das teuerste je auf einer Auktion verkaufte Bild noch halten will und kann, ist ungewiß. Letzte Woche sickerte durch, daß Sotheby sich bemüht hat, die "Schwertlilien" unauffällig an Schweizer Sammler zu verkaufen - zum Schleuderpreis von 35 Millionen Dollar.

DER SPIEGEL 41/1989
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