09.10.1989

GESTORBENAugust A. Busch

August A. Busch, 90. Mit überragendem Show-Talent schuf er aus einer Familienklitsche die größte Brauerei der Welt. Der Nachfahr deutscher Auswanderer, der 1946 Firmenchef bei Anheuser-Busch wurde, hatte sofort nach dem Ende der Prohibition im Jahr 1933 den amerikanischen Bierdurst auf seine Marke gelenkt: Werbewirksam spannte er acht Brauereipferde vor einen Bierwagen und lieferte damit das erste Faß "Budweiser" im Weißen Haus bei Präsident Franklin D. Roosevelt ab. Den entscheidenden PR-Coup landete Busch im Jahr 1953: Für 7,8 Millionen Dollar erwarb er das Baseballteam "St. Louis Cardinals", das zum Ruhm seines Herrn zahlreiche nationale Meisterschaften gewann. Bei Heimspielen trieb Busch die Fans zu frenetischem Jubel, wenn er mit seinem legendären Achtspänner in das nach ihm benannte Stadion einfuhr. Die populistischen Einlagen lohnten sich: Bis 1975, als der Konzernchef sich zurückzog, steigerte er den Bierausstoß um mehr als das Zwölffache auf 43,4 Millionen Hektoliter. August A. Busch starb Freitag vorvergangener Woche auf seinem Anwesen nahe St. Louis.

DER SPIEGEL 41/1989
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