02.04.1990

Wilsons Pakt mit Samiel

Riesige Stühle und Tische baumeln vom Schnürboden, Bäume schrumpfen und entfalten sich wieder, in bedrohlichem, irisierendem Licht ereignet sich Verwinkeltes, Verqueres, Dämonisches: "Das Kabinett des Doktor Caligari"?
"Black Rider" heißt der expressionistische Gespensterbilderbogen, der am Samstag vergangener Woche im Hamburger Thalia Theater zur Uraufführung antrabte, und drei Herren von Weltruf hatten ihn aufgezäumt: Robert Wilson (Regie), William S. Burroughs (Buch), Tom Waits (Musik). Ein verrockter "Freischütz", wie befürchtet, wurde es nicht.
Weber-Oper und "Black Rider" gründen zwar in derselben Schauer-Novelle - Teufel Samiel hilft Jägerburschen beim Freikugelgießen -, doch diesmal geht die Geschichte verdammt tragisch aus, und die Waits-Musik, stark mit Bläsern bestückt, windet eher einen Jungfernkranz aus Folklore.

DER SPIEGEL 14/1990
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