16.10.1989

Zurück in die Steinzeit

Für eines der letzten Urzeit-Völker der Erde, die Asmat aus den Sumpfländern Neuguineas, ist jetzt in Heidelberg ein Museum eröffnet worden. Die Asmat, die mittlerweile mit den großen Errungenschaften der Zivilisation wie T-Shirts, Coca-Cola und Walkman vertraut sind, lebten noch vor kurzem wie in der Steinzeit: Als Jäger, Sammler und Kannibalen, die in Baumhäusern schliefen, mit Steinäxten und Knochendolchen kämpften und vor allem einen intensiven Ahnenkult betrieben. Sie trugen die Köpfe ihrer Verstorbenen als Amulette mit sich herum und bauten Boote für ihre Seelen. Im Heidelberger "Asmat-Haus", das seine Sammlung einem Arzt verdankt, der jahrelang unter den Asmat lebte, ist besonders der Totenkult wirksam präsentiert: ein ethnologisches Mausoleum, in dem, zu dunklen Trommelklängen, Ahnenpfosten Spalier stehen und aus kleinen Nischen reich verzierte Totenschädel grinsen.

DER SPIEGEL 42/1989
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 42/1989
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Zurück in die Steinzeit

  • Konzernchef aus Schweden: "Ich habe einen Chip in meiner linken Hand"
  • SPIEGEL TV heute: Wahlkampf bizarr - Unterwegs mit der AfD
  • Tierische Begegnung: Fuchs verzögert den Start einer Boeing 747
  • 50 Jahre Kanzlerwahl Willy Brandt: Der letzte Superstar der Sozialdemokratie