07.05.1990

GESTORBENPimen

79. Seinen richtigen Namen Sergej Michailowitsch Iswekow hatte der aus Moskaus Umgebung stammende Sohn eines Ingenieurs abgelegt, als er sich mit 17 Jahren zum Mönch scheren ließ. Drei Jahre später begann Pimen seine Laufbahn durch die Hierarchie der russisch-orthodoxen Kirche, die ihn 1971 auf den höchsten Posten des "Patriarchen von Moskau und ganz Rußland" führte. Seit 1963 Mitglied des Weltfriedensrats, vertrat er nach außen die Politik der Sowjetregierung, nach innen versuchte er, die Lage der Kirche mit schätzungsweise 50 Millionen aktiven Gläubigen gegenüber Staat und Partei zu verbessern. Unter Michail Gorbatschow, der sich dazu bekennt, getauft zu sein, und dessen Frau Raissa auf Auslandsreisen einen Priester mitnimmt, konnte Pimen noch den Erfolg seiner Bemühungen erleben: Zur Tausendjahrfeier der russisch-orthodoxen Kirche wurde er am 29. April 1988 vom Parteichef empfangen - es war das dritte Mal in der Sowjetgeschichte nach Stalin und Malenkow, daß ein Spitzenpolitiker Moskaus sich mit dem amtierenden Kirchen-Oberhaupt traf. Pimen starb vergangenen Donnerstag in Moskau.

DER SPIEGEL 19/1990
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