27.11.1989

Moscheen-Boom in Frankreich

Frankreichs politisch-religiöser Streit um die Frage, ob das islamische Kopftuch - im Unterricht getragen - das Prinzip des Laizismus verletzt, ist noch nicht entschieden, da haben aufgebrachte Bürger eine weitere Provokation aus der Front der etwa drei Millionen in ihrem Land lebenden Moslems ausgemacht: In den nächsten Jahren sollen in Frankreich mindestens zehn große Moscheen gebaut werden. Das gewaltigste islamische Gotteshaus wird in Marseille entstehen, wo rund 150 000 Moslems leben, und es soll, so Bürgermeister Robert Vigouroux, "schön wie eine Kathedrale" werden. Weitere Moscheen werden unter anderem in Lille, Grenoble, Straßburg, Toulouse und Evry geschaffen. Das verspricht neuen sozialen Zündstoff: Nach einer Umfrage halten 29 Prozent der Franzosen die Errichtung von Moscheen in ihrem Land für nicht normal.

DER SPIEGEL 48/1989
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