29.01.1990

GESTORBENAva Gardner

67. Bekannt wurde sie mit ihren Filmen, berühmt durch ihre Affären. Die Gardner scheute kein Klischee, das der Glamour von Hollywood mit sich bringt. Sex und Alkohol waren fast immer im Spiel, wenn diese "Venus des 20. Jahrhunderts" und "schönste Frau der Welt" in den Klatschspalten erschien. Ihre drei Ehen - mit dem Schauspieler Mickey Rooney, dem Jazzer Artie Shaw und dem Sänger-Superstar Frank Sinatra - gingen sämtlich in die Brüche. Zum Film kam die Farmerstochter aus dem US-Bundesstaat North Carolina durch einen Zufall: Ihr Schwager, ein Berufsfotograf, schickte einige Porträts der 18jährigen an Metro-Goldwyn-Mayer; sie erhielt einen Sieben-Jahres-Vertrag, der unter anderem intensiven Sprechunterricht vorsah - die Schöne aus dem Süden mußte noch ihren Akzent loswerden. Gefragt war ihr Aussehen: Ungemein fotogen, wirkte die Dunkelhaarige mit dem makellosen Teint ebenso sinnlich wie natürlich. In Hemingway-Verfilmungen wie "The Killers" (1947), "Schnee am Kilimandscharo" (1952) und "The Sun Also Rises" (1957) spielte sie den exotischen Vamp, der nichts mit der Entrücktheit der Vorkriegs-Göttinnen Jean Harlow oder Greta Garbo gemein hat. Als "Die barfüßige Gräfin" (1954) erreichte sie einen Gipfel ihrer Karriere, doch zog sie sich dann allmählich aus Hollywood zurück. Nach ihrer Kunst befragt, sagte sie einmal: "Ich war niemals wirklich eine Schauspielerin. Unter uns Kids von MGM war das niemand. Wir sahen einfach nur gut aus." Ava Gardner starb vergangenen Donnerstag in London an einer Lungenentzündung.

DER SPIEGEL 5/1990
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