12.11.1990

Konfusion bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat sich bei dem Konflikt zwischen den Reifenkonzernen Continental und Pirelli verrannt. Vorstandschef Hilmar Kopper beteuert öffentlich, sein Geldkonzern sei "nicht direkt darin verwickelt". Doch insgeheim ziehen die Bank-Vorstände bei dem Übernahme-Kampf an verschiedenen Strängen. Conti-Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Weiss unterstützte noch im Frühsommer Pirelli, der Conti schlucken will. Seit aber Conti-Chef Horst Urban die Italiener brüsk abwies, laviert Weiss zwischen den Fronten. Gleichzeitig setzt John Craven alles daran, um die in der kriselnden Branche als sinnvoll beurteilte Liaison zu verhindern: Der Chef der Investmentbank Morgan Grenfell, einer Tochterfirma der Deutschen Bank, wurde von Urban für die Abwehr gegen Pirelli verpflichtet. Kopper drückt sich bislang um eine Richtlinienentscheidung: Er kenne die Sache nicht so genau, um eine feste Meinung zu haben. Dabei war der Bankchef persönlich an den Gesprächen mit den Pirellis beteiligt.

DER SPIEGEL 46/1990
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