25.06.1990

Die Sklaverei steht wieder in voller Blüte

Weltweit gibt es heute mehr Sklaven auf der Erde als 1823, im Gründungsjahr der britischen Anti-Sklaverei-Gesellschaft. Die klassische Sklaverei ist zwar auf der ganzen Welt abgeschafft. Aber im nördlichen Afrika, in der Karibik und in Asien werden viele Millionen Menschen noch immer in Leibeigenschaft gehalten. In Bangkok werden Zehnjährige als Sexobjekte für 200 Dollar gehandelt. In Indien arbeiten mindestens fünf Millionen Kinder unter 14 Jahren, die von ihren Eltern für Geld verpfändet wurden, in Haushalten und Teppichknüpfereien. Teppiche, die in solchen Betrieben für 20 US-Dollar hergestellt werden, kosten auf dem europäischen Markt bis zu 6000 Dollar. Lesley Roberts, die Geschäftsführerin der Anti-Sklaverei-Gesellschaft, rät gleichwohl vom Boykott ab. Denn: "Das würde die indische Teppichindustrie und damit viele Menschenleben zerstören."

DER SPIEGEL 26/1990
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Die Sklaverei steht wieder in voller Blüte

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  • Hongkong: Polizist feuert auf Demonstranten
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