25.06.1990

MODERNES LEBENDetektive gegen Fälscherbanden

Falsche Chips und Software, unechte Lacoste-Hemden und Vuitton-Koffer sind noch gar nichts, behaupten die Pariser Autoren Didier Brodbeck und Jean-Francois Mongibeaux in einem gerade erschienenen Buch zum Thema Plagiate ("Chic & Toc", Editions Balland; 412 Seiten; 180 Franc). Ob Medikament oder Bonsai, Flugzeugschraube oder Zahnbürste: Die ganze Welt ist voller Falsch. Illegale Nachahmungen, schreibt das Duo, kämen nicht nur aus der Dritten Welt, sondern auch aus der Bundesrepublik, die für den grauen Markt zum Beispiel Autoersatzteile und Werkzeuge liefere. Um den Hintermännern auf die Spur zu kommen, haben französische Nobelfirmen eigene Detektivtrupps, zum Beispiel die "Vuitton's Boys", eingesetzt. Cartier etwa läßt sich Gerichtsverfahren, die Fahndung nach Markenpiraten und die Vernichtung der Ware im Jahr 25 Millionen Franc kosten. Zu Demonstrationszwecken hat die französische Vereinigung der Fabrikanten in Paris außerdem ein Museum der Fälschungen eingerichtet (16, rue de la Faisanderie).

DER SPIEGEL 26/1990
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 26/1990
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

MODERNES LEBEN:
Detektive gegen Fälscherbanden

  • Hass gegen Politikerinnen: "Im tiefsten Inneren bedroht"
  • MIT-Video: Fußballspiel der Hunde-Roboter
  • "Dreamer" vor dem Supreme Court: "Ich müsste meinen Traum aufgeben"
  • Mary Cain über Nike-Programm: "Ich wurde körperlich und emotional missbraucht"