25.06.1990

MODERNES LEBENArme Leute im Mittelgebirge?

Mit Kniebundhosen zünftig ausstaffiert, in der Hand den Stockschirm und das Lied vom Westerwald im Sinn: Der typische deutsche Mittelgebirgsurlauber ist, so Jörn W. Mundt vom Starnberger Studienkreis für Tourismus, "über 60 Jahre alt, hat den Hauptschulabschluß und ein unterdurchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen" - als Kunde eine zweifelhafte Erscheinung. Den Kur- und Wanderidyllen prophezeit Mundt langfristig ein "negatives Image als Reiseziel für arme Leute". 1988 lag das Durchschnittsalter der Sommerfrischler bereits um 2,2 Jahre höher als 1977, zudem knausern die Senioren notorisch mit dem Geld. Als Ausweg empfiehlt Mundt den einzelnen Regionen, in ihrer Werbung "eigenes Profil" zu zeigen und unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Andernfalls, warnt er, hänge die Zukunft des Mittelgebirgsurlaubs "zunehmend von den Fortschritten der Altersmedizin ab".

DER SPIEGEL 26/1990
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