25.06.1990

Jack Lang,

50, französischer Kulturminister, bestrafte die Stadt Nizza mit Kunstentzug für die antisemitische Haltung ihres Bürgermeisters Jacques Medecin, 62. Aus Protest gegen antisemitische Äußerungen des Stadtoberhauptes zog Lang die Zusage für 15 Leihgaben zurück, die dem am vergangenen Donnerstag eingeweihten Nizzaer Museum für moderne Kunst überlassen werden sollten. Außerdem blieb der Minister der Einweihungsfeier fern, für die ihn die Stadt auf weltweit verschickten Einladungskarten als Ehrengast angekündigt hatte. Lang unterstützt damit den Protest von über einem Dutzend Künstlern wie dem amerikanischen Popart-Meister Roy Lichtenstein, dem Schweizer Daniel Spoerri und der Franco-Amerikanerin Niki de Saint Phalle, die ihre Teilnahme schon zuvor abgesagt hatten. Medecin, Gaullist und erklärter Sympathisant der rechtsextremistischen "Nationalen Front", hatte kürzlich mit der Äußerung, er kenne "keinen Juden, der ein Geschenk zurückweist" (SPIEGEL 24/1990), landesweite Empörung ausgelöst.

DER SPIEGEL 26/1990
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