25.06.1990

Daniel Ortega,

44, Ex-Präsident von Nicaragua, macht kein Geheimnis aus Diebereien der entmachteten sandinistischen Bürokratie. Als die Regierung Violeta Chamorro die Regierungsgebäude bezog, fanden sich in total ausgeräumten Büros oft nur noch die Bilder-Nägel an den Wänden. Der Verkehrsminister entdeckte statt einer Buchführung lediglich einen Kaufvertrag über 392 000 Dollar für 22 neue Autos der Marke Toyota, die offenkundig von Armee-Angehörigen mitgenommen worden waren. Der Bürgermeister von Managua mußte erfahren, daß noch rasch zum Machtwechsel an sechs Angestellte seiner Behörde Gratifikationen in Höhe von rund 52 000 Dollar ausbezahlt worden waren. "Was hier Plünderung genannt wird," erläuterte der darauf angesprochene Ortega, "war nichts anderes als eine Entscheidung für die Wohlfahrt des Volkes."

DER SPIEGEL 26/1990
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