22.10.1990

MAD-Spion enttarnt

Die DDR-Stasi hatte auch beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr Spitzenpositionen besetzt. Der 1984 im Zusammenhang mit der angeblichen Sicherheitsaffäre um den damaligen stellvertretenden Nato-Oberbefehlshaber Günter Kießling geschaßte Oberst Joachim Krase war, wie Stasi-Überläufer jetzt enthüllten, zunächst als Chef der militärischen Spionageabwehr und später als MAD-Vize ein Spitzenagent für den Osten. "Krase hat unsere Arbeit in einem solchen Maße geschädigt, wie wir es uns noch gar nicht richtig ausdenken können", sagte ein Abwehrmann. Krase galt in Bonn als unauffällig-freundlicher Berufssoldat und hatte als Abwehrspezialist Ende der siebziger Jahre die Agentenpaare Lutze und Wiegel enttarnt - seinerzeit große Spionageskandale in Bonn. Nach der Affäre um den in den Osten übergelaufenen Verfassungsschützer Hansjoachim Tiedge schrieb Krase 1985 im SPIEGEL: "Spionage, logisch, braucht Spione, und sie zeitigt Verräter; überall." Krase wurde postum enttarnt: Er starb im Juli 1988 im Alter von 62 Jahren in der Nähe von Bonn.

DER SPIEGEL 43/1990
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