12.11.1990

Wolfgang Thierse,

47, stellvertretender SPD-Vorsitzender aus der ehemaligen DDR, geht in neuem Outfit auf Stimmenfang. Nachdem er wegen seiner schlipslosen Auftritte in der Vergangenheit aus der Bevölkerung mehrere Binder zugeschickt bekommen hatte, führte ein Politberater die Wende herbei: "Mindestens 500 000 Stimmen mehr" könne die Ost-SPD bei der kommenden Bundestagswahl erzielen, falls Thierse auf Krawatte umsteige. Der Sozialdemokrat, der "die Dinger eigentlich blöd" findet, ließ sich zu dem Halsschmuck überreden (Foto). "Daran", so Wahlkämpfer Thierse, "soll die SPD nicht scheitern."

DER SPIEGEL 46/1990
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