12.11.1990

Marcel Reich-Ranicki,

70, Literaturkritiker, gestand öffentlich eine bislang verschwiegene Niederlage. Bei einer Fernsehsendung von Südwest 3 hatte der Frankfurter ehrenamtliche Dezernent für Multikulturelles und Alt-Sponti Daniel Cohn-Bendit dem sonst so wortgewaltigen Feuilletonisten vorgeworfen, zum Historikerstreit (1986/87) in der Frankfurter Allgemeinen, der Reich-Ranicki einst als Ressortchef diente, nichts geschrieben zu haben. Cohn-Bendit, lobte der Berufskritiker, hätte "noch nie so recht gehabt". Tatsächlich sei sein Aufsatz nicht gedruckt worden, der sich gegen die in der FAZ zu Wort gekommenen Historiker wandte, "die die Verbrechen des Nationalsozialismus bagatellisierten und versuchten, die Schuld den Sowjets in die Schuhe zu schieben".

DER SPIEGEL 46/1990
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 46/1990
Kein Titelbild vorhanden
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Marcel Reich-Ranicki,

  • Homosexualität in Uganda: Liebe unter Lebensgefahr
  • 19 Stunden, 16.000 Kilometer: Längster Nonstop-Passagierflug aller Zeiten gelandet
  • El Salvador: Starkregen löst riesigen Erdrutsch aus
  • Videoanalyse nach dem "Super Saturday": "Die Nerven liegen blank"