19.02.1990

Strauß-Bild peinlich

Weil der Deutschlandfunk in seiner jüngsten Broschüre "Spezial Bayern" mit einem Bild des verstorbenen CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß warb, bekam Intendant Edmund Gruber Ärger im Rundfunkrat - ausgerechnet mit Christsozialen. Der Sender hatte ein Strauß-Bild ausgewählt, das ihn 1984 in Leipzig lachend neben dem inzwischen als Devisen- und Waffenhändler enttarnten DDR-Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski zeigt. Das sei, so Hauptabteilungsleiter Helmut Rülke (CSU) in einem Brief, "ausgesprochen geschmacklos", da der Strauß-Partner ein "Schieber und Schacherer" sei. Der Rülke-Kritik schloß sich im Rundfunkrat Regierungssprecher Norbert Schäfer (CSU) an. Gruber konnte die Christsozialen, denen die enge Verbindung ihres verstorbenen Chefs zu Schalck inzwischen äußerst peinlich ist, auch nicht mit dem Hinweis besänftigen, das Bild sei doch ein wichtiges Zeitdokument.

DER SPIEGEL 8/1990
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