19.02.1990

„Der letzte Trip auf Erden“

Ein Logbuch der Leiden, der bestandenen Gefahren, aber auch des Konflikts mit seinem Partner Arved Fuchs sind die Aufzeichnungen, die Reinhold Messner auf dem Weg vom Südpol zur McMurdo-Bucht, dem zweiten, fast 1500 Kilometer langen Teil des Fußmarsches der beiden quer durch die Antarktis, gemacht hat**. Auszüge:
Dienstag, 2. Januar: Ich schlafe im Zelt, trotzdem wache ich häufig auf, weil es am Südpol zugeht wie auf dem Rangierbahnhof, zweimal höre ich eine viermotorige Hercules kommen. Öfters Sorge, ein Bulldozer könnte über mein Zelt und mich hinwegrollen.
Wir haben für 45 Tage Essen und Brennstoff. Dazu Notproviant. Wir müssen auskommen.
Mittwoch, 3. Januar: Start um 11.30 Uhr auf der Landepiste. Die Schlitten sind so schwer, daß jeweils zwei Amerikaner sie vom Sommercamp zur Piste ziehen. Wir gehen mit dem Segel vor uns sechs Stunden mühsam nach Norden.
Am Pol hat man uns so viele Süßigkeiten zugesteckt, daß wir Mühe haben, sie zu essen. Wir wollen sie nicht länger mit*** GPS (Ground Positioning System): Funkpeilgerät, das erlaubt, mit Satelli- tenhilfe die eigene Position auf 110 Meter genau zu bestimmen. ** Messners Buch über das Unternehmen erscheint im Sommer 1990 im Piper Verlag, München. * Rechts: Malcolm MacFarlane, Leiter der neuseeländischen Station Scott Base. schleppen, die Schlitten sind so schon zu schwer. 120 Kilo sind eine Pferdelast, nicht eine Menschenlast.
Der Schnee wird immer sandiger.
Donnerstag, 4. Januar: Gegen 15.00 Uhr starten wir im dichten Nebel; miserable Sicht. Wind ist gut. Wir segeln - äußerste Vorsicht, daß wir uns nicht verletzen. Heute haben wir erstmals Probleme mit dem GPS***. Es zeigt "Error" an. Wir kriegen keine Position.
Freitag, 5. Januar: Segeln und laufen mit Segel fünfeinhalb Stunden. Die Knie schmerzen. In den Pausen laufen wir herum wie alte Männer. Meine Hüften sind vom Schlittengurt wundgerieben - auch der Gurt vom Segel reibt.
Sonnabend, 6. Januar: Am Morgen fliegt eine Hercules über unser Zelt. Das ist ein gutes Gefühl, nachdem wir seit drei Tagen keine GPS-Position mehr kriegen. Wir laufen richtig, aber wie weit sind wir?
Wir sind jetzt auf Ost und nicht mehr auf West. Wir kriegen eine Position und sind zufrieden.
Sonntag, 7. Januar: Gestern haben wir nicht zu gehen versucht. Zuwenig Wind. Nach drei Meilen gaben wir auf. Heute morgen dasselbe Spiel. Wir wollen - taktisch gedacht - auf Wind warten und dann laufen und nicht kaputt vom Schlittenziehen im Zelt liegen, wenn starker Wind aufkommt. Wir haben nun drei Gangarten:
a. Wir machen den "Esel", das heißt, wir ziehen den Schlitten auf herkömmliche Weise (zwei Meilen pro Stunde maximal).
b. Wir machen die "Schwalbe", d.h. wir segeln, stehen auf den Skiern und werden samt Schlitten vom Segel/Wind gezogen (fünf bis acht Meilen pro Stunde).
c. Wir machen den "Pinguin", das heißt, wir laufen mit dem aufgespannten Segel. Es sieht aus, als wollten wir segeln (drei bis vier Meilen pro Stunde).
Montag, 8. Januar: Wieder kein Wind! Ab heute wollen wir "nachts" laufen, wenn wir die Sonne im Rücken haben. In den letzten Tagen war es nachts bewölkt und windiger als "tagsüber".
Dienstag, 9. Januar: Wir gehen sechs Stunden "Pinguin". Es ist so kalt, daß ich mir beim Zeltaufstellen weiße Flecken an den Fingern hole. Erneuter Start um 13.30 Uhr. Vier Stunden Marsch: "Pinguin" und "Esel".
Die ersten Sastrugis (vereiste Schneewehen).
Mittwoch, 10. Januar: Wir bleiben, wo wir sind, und essen, lesen, genießen. Als ob es die 1200 Kilometer vor uns nicht gäbe. Die Selbstquälerei hat Grenzen, und einen Dünkel, uns quälen zu müssen, haben wir nicht. Wir warten auf Wind aus umgekehrter Richtung.
Donnerstag, 11. Januar: Wieder ein windstiller, herrlicher Tag (minus 31 Grad Celsius). Noch haben wir keine Verspätung, diesen einen Tag können wir noch Geduld haben.
Freitag, 12. Januar: Nordwind! Es ist unglaublich, wie die Verhältnisse uns bremsen. Wir gehen vier Stunden "Esel" bei schlechtem, stumpfen Schnee. Es soll hier fast immer Südwind geben, wir haben bisher Südost- oder Nord- bzw. Nordostwind gehabt. Das war eine schlechte Nacht! Dieses ununterbrochene Hoffen - kommt Wind auf? - dieses auf die Zeltplane starren, das Hinaushören macht dich irre.
Sonnabend, 13. Januar: Wieder Nordostwind. Erstmals zweifle ich, ob wir die ganze Strecke bis McMurdo schaffen. So nicht! Es ist eine fürchterliche Beinarbeit, den Schlitten durch den weichen Schnee zu ziehen.
Vor 78 Jahren war Scott am Pol. Wir haben nicht allzuviel Vorsprung beim Rückmarsch und diese viel zu schweren Schlitten. Wenn uns der Wind nicht hilft, no chance.
Sonntag, 14. Januar: Nach einem unangenehmen Disput (Arved: "Ich gehe nicht mehr als vier Stunden") gingen wir sieben Stunden. Der Wind war gut, aber es ist äußerst kalt geworden.
Wir haben heute mehr als 100 Kilometer zurückgelegt. Unglaublich. So viel kam es mir gar nicht vor.
Montag, 15. Januar: Eine Zeitlang hocken wir zitternd vor Kälte vor den Schlitten und versuchen, unsere Position zu bestimmen. Es gelingt nicht. Im Windschatten der beiden Schlitten bauen wir dann ein Lager auf.
Dienstag, 16. Januar: Stürmischer Tag. Wir segeln "Schwalbe". Der Wind ist so stark, daß wir vorsichtig sein müssen. Einmal stürze ich böse über einen Sastrugi. Nach zwei Stunden sehen wir die ersten Berge des Transantarktischen Gebirges vor uns. Der Sturm steigerte sich 48 Stunden lang. Zuerst versuchen wir noch zu segeln, dann verkriechen wir uns ins Zelt und warten.
Mittwoch, 17. Januar: Sturm! Die ganze Nacht über fliegen die Zeltplanen, es knackt, stiebt, heult. Am Morgen ist es nahezu unmöglich, den Zeltausgang zu öffnen. Die Schneedrift hat ihn "zugemauert".
Donnerstag, 18. Januar: Harter, aber schöner Tag. Der aufregendste bis jetzt, wir kreuzen circa zwei Stunden lang gegen den Wind, steigen zu einem Paß hoch und steigen drüben zum Mill-Gletscher ab. Die Landschaft ist gigantisch, Ausmaße, die sich keiner vorstellen kann. Und das Wissen, da ist nirgends niemand, gibt dem ganzen eine erhabene Stimmung.
Am Morgen scheint der Sturm das Zelt aus der Verankerung zu reißen. Er wirft den Treibschnee mit solcher Wucht auf die Plane, daß es kracht.
Freitag, 19. Januar: Eiswandern. Schöner und harter Tag. Wir gehen sieben Stunden lang mit Kröteln (Steigeisen) über rauhes, blankes Eis. Viele Spalten und Buckel. Wir haben müde Knochen und ich (wieder) ein ausgeleiertes linkes Kniegelenk. Dieses Blankeis hier ist rauh wie ein Wüstenboden. Ich verdrehe mir beim Gehen dauernd die Knie.
Aufregendste Segelstunde bisher. Auf einem schmalen Hartschneestreifen zwischen Blankeis geht es bei starkem Wind schnell dahin.
Drei Dinge gehen mir auf die Nerven:
1. Das Wecken ohne Reaktion von Arved,
2. das ständige Warten auf Arved untertags,
3. das Antreibenmüssen jeden Tag.
Ich möchte kein Sklaventreiber sein.
Sonnabend, 20. Januar: Wir laufen fünf Stunden mit den Steigeisen (Arved verliert drei Zacken) und segeln dann ein Stück. Eine schmale harte Schneestraße mäandert zwischen Eisbrüchen hindurch. Leider verletzt sich Arved das linke Knie (das Segel hebt ihn und er fällt in eine Querspalte).
Lager zwischen Mill- und Beardmore-Gletscher. Rund herum lauter Spalten. Mein Schlitten ist Schrott, unflickbar.
Sonntag, 21. Januar: Bisher härtester und gefährlichster Tag. Wir gehen größtenteils zwischen und über riesige Spalten und über einen Eisbruch. Arved läuft sehr gut und zeigt bei den Spalten Instinkt und keine Angst.
Wir laufen acht Stunden und kommen vor lauter Hin und Her, Auf und Ab nicht weit. Oft sind die Spalten 10 bis 20 Meter breit. Wir gehen zwischen ungezählten haushohen "Kamelhöckern" durch. Die Eindrücke und Ausblicke sind gigantisch.
Spalten, immer noch Spalten. Einige tausend - zwischen 20 Zentimeter und 20 Meter breit - haben wir schon gequert. Hört dieser Tanz auf den Schneebrücken nie auf?
Montag, 22. Januar: Wieder Nordwind. Sieben Stunden "Esel" gelaufen. Es ist ein fürchterliches Auf und Ab. Auch laufen wir zwei Meilen, um eine nach Norden zu kommen. Arved läuft gut, obwohl er mir den Speck abgenommen hat, so daß mein kaputter Schlitten leichter wird.
Unsere Ausrüstung, die Schlitten vor allem, leidet fürchterlich beim Gezerre und Gereiße zwischen Löchern und Spalten. Oft ziehen und heben wir einen Schlitten zu zweit über Brücken und Löcher. Immer die Gefahr dabei, vom schweren Schlitten rücklings in eine Spalte gerissen zu werden.
Dienstag, 23. Januar: Anstrengender und gefährlicher Tag. Am Morgen Schneefall und Nebel, Wind wieder aus Nord. Wir gehen zwei Stunden lang auf Skiern, dann drei Stunden mit Kröteln auf blauem Eis und am Ende quälen wir uns zwei Stunden lang über einen wild zerklüfteten Eisbruch, der auf keiner Karte vermerkt ist. Zum Teil sind die Spalten so groß, daß man eine Kirche hineinstellen könnte. Von oben kommend, sind diese Eisbrüche nicht zu sehen, plötzlich bist du drin, und es gibt keinen Ausweg.
Am Abend trinken wir zwei Schluck "Whisky on the Rocks" zur Feier des Tages. Das Schlimmste liegt hinter uns. So gefährlich und anstrengend habe ich mir den Beardmore-Gletscher nicht vorgestellt.
Mittwoch, 24. Januar: Nordwind!! Unguter Tag. Wir laufen auf Skiern und mit Kröteln. Nimmt denn dieses Eis kein Ende? Wo beginnt die harte Schneeunterlage?
Donnerstag, 25. Januar: Alles in allem sind wir zehn Stunden auf den Beinen. Wir schaffen es bis knapp vor Gateway.
Zweimal fiel ich heute mit einem Bein (trotz Skier) in eine Spalte. Es gab tückische Löcher mit einer dünnen Schneedecke.
Nun habe ich Beulen an den Knien, am Hintern und den Ellenbogen und immerzu Hunger. Wir essen bereits die Speckschwarten. Es gibt keine Reste mehr. Ich lege mich hin, weil ich müde bin und alle Knochen weh tun. Das Zelt ist warm und trocken. Am liebsten würde ich drin liegen bleiben und nicht mehr hinausgehen in den Wind, die Kälte, das Eis.
Verschleißerscheinungen machen sich bemerkbar; mein linkes Knie (Schlittengelenk) springt öfters aus, wenn ich mit den Kröteln den Fuß verdrehe. Die Sehnen an den Füßen sind geschwollen, die Fingergelenke schmerzen.
Freitag, 26. Januar: Ruhetag. Trotzdem gehen wir über den Paß zum Gateway. In 20 Tagen müssen wir in McMurdo sein.
Sonnabend, 27. Januar: Blizzard. Um 4.00 Uhr, als wir das Zelt verlassen wollen, herrscht Schneesturm, der sich 24 Stunden lang steigert, in den Böen das Zelt fast zerreist und niederdrückt. Arved ist zweimal draußen, um die Schlitten als Windschutz aufzustellen und Proviant zu holen. Der Sturm wirft ihn fast um. Stundenlang stützen wir die Zeltplane von innen.
Sonntag, 28. Januar: White out. Es schneit. Es ist zum Verzweifeln. Wir laufen "Esel" und kommen im Neuschnee (circa 20 Zentimeter) nur ganz langsam voran. Die Eiswälle sind so groß wie die Chinesische Mauer. Du siehst nicht, ob eine Spalte kommt - einmal stehe ich 20 Zentimeter vor der Spaltenwand . . .
Montag, 29. Januar: Wieder keine Sicht. Wieder kein Wind. Wir gehen knapp sieben Stunden und werden morgen wohl weitergehen müssen, wenn kein Wind aufkommt. Wir haben nur zwei Möglichkeiten, um durchzukommen:
1. Essen rationieren, um vier Tage mehr laufen zu können, oder
2. längere Etappen gehen und keine Ruhetage einlegen.
Alles ist naß, auch der Schlafsack.
Dienstag, 30. Januar: Nordwind! Wir laufen sechs Stunden bei schlechter Sicht gegen den Wind. Es ist feuchtkalt, und da alle unsere Kleider klamm sind, gefrieren sie sofort. Das Wetter spielt gegen uns wie Wind und die Zeit. Langsam wird unsere Lage aussichtslos.
Mittwoch, 31. Januar: Erster Schönwettertag seit langem. Ein Stück können wir sogar segeln (Pinguin). Wir laufen knapp acht Stunden. Ab heute wollen wir den Rhythmus wieder umstellen: Um Mitternacht aufstehen und bis zum frühen Nachmittag laufen.
Donnerstag, 1. Februar: Wieder kein Segelwind. Ich schlafe nun ganz leicht, wie ein Vogel, um jeden Windhauch zu registrieren.
Wir laufen "Esel" gute sieben Stunden in der Hoffnung, 16 Meilen zu schaffen. Der Weg bis McMurdo ist zwar einfach, aber immer noch fast so weit wie Nansens Grönland-Durchquerung 1888, und der Schnee ist stumpf.
Freitag, 2. Februar: Es ist ein Jammer. Alles ist feucht, die Sicht schlecht, und der Wind kommt abwechselnd aus allen Himmelsrichtungen. Unsere Segelhoffnungen schwinden. Trotz alledem: Wir dürfen uns keine Gehminuten schenken.
Samstag, 3. Februar: Recht guter Tag. Wind aus Süd. Segeln können wir nicht, aber das Segel hilft, den Schlitten zu ziehen. Wir starten sehr früh und laufen den ganzen Tag. Drei solche Tage und wir sind gerettet!
Sonntag, 4. Februar: Wir sind nur noch Haut und Knochen und die Kälte dringt mir durch Mark und Bein. In den beiden ersten Marschstunden friere ich fürchterlich. Den ganzen Tag gelaufen. Nordwind! Es kostet jeden Tag mehr Überwindung, die Stunden zwischen den Pausen auf die Minute genau zu gehen - aber wenn wir einmal anfangen abzuweichen, ist es aus, dann bleiben wir hängen.
Montag, 5. Februar: Wieder ein anstrengender Lauftag, wieder Nordwind, wieder geschunden. Verfallserscheinungen machen sich bemerkbar. Wir haben beide Sehnenscheidenentzündungen und Hunger, Hunger, Hunger. Die knapp 5000 cal/ Tag sind (ausgemergelt, 30 bis 40 Kilometer Marsch/Tag, der stumpfe Schnee dazu) zuwenig. Wir essen alles von der Tagesration, einschließlich der Speckschwarten. Wir wollen und müssen am 15. 2. in McMurdo sein . . .
Dienstag, 6. Februar: Nordwind und Hunger! Wir laufen zwei Stunden und viermal 75 Minuten. Wenn ich bedenke, daß wir 80 Schritte in der Minute laufen und jeder Schritt Schmerzen im Fuß, im Knie, in den Hüftgelenken, in den Schultern, in den Ellenbogen verursacht, sind das bei 6000 Schritten pro Stunde zu viele Schmerzen, um sie zu ertragen. Würde mich jemand zwingen, diese elende Schinderei zu Ende zu gehen, ich hätte schon aufgeben. Aber wir taten und tun es freiwillig.
Donnerstag, 8. Februar: Miserabler Tag. Nur Scott ging es an dieser Position schlechter. Keine Sicht, es ist, als ob du über Wolken stolperst, der Wind aus Südwest aber zu schwach, so daß das Segel immer wieder zusammenfällt.
Wir entwickeln einen trockenen Galgenhumor und hungern mit Fassung. Arved ist härter und zäher, als ich am Pol noch gedacht habe, und kann sich bis zur Erschöpfung fordern. Wir reden jetzt nur noch von McMurdo und der Heimreise. Daß dieses leichte Stück das härteste werden sollte, hätten wir nie gedacht.
Freitag, 9. Februrar: Endlich Südwind! Nach morgendlicher Flaute kommt am Nachmittag starker Wind auf, der sich zum Sturm steigert. Wir laufen und segeln "Pinguin" und "Schwalbe", bis uns Finger und Füße abzufrieren drohen.
Es kommt uns jetzt kälter vor als am Plateau. Vielleicht kommt schon der Winter.
Samstag, 10. Februar: Nach einer stürmischen Nacht ein klarer Tag. Vor uns die Berge: Minna Bluff, der Vulkan Erebus mit seiner Qualmwolke. Leider kommt der Wind aus Südwest. Wir segeln hart gegen den Wind kreuzend über Eisplatten und stumpfe Schneeinseln und kommen gut voran.
Wir schlagen früh unser Lager auf und wagen uns mit Heißhunger an unsre Essensreserven, die wir für den 16.2. und später aufbewahrt haben. In drei Tagen sind wir sicher in McMurdo. Also sind die Hungertage vorbei und damit auch schon vergessen. Es macht Spaß.
Sonntag, 11. Februar: Aufregender Tag. Nach zwei Stunden schwachem Segelwind fahren wir durch einen Eisbruch. Dann laufen wir nochmals zwei Stunden durch einen ausgetrockneten Gletschersumpf und erreichen nach weiteren 2 1/2 Stunden den tiefen Sattel zwischen Black und White Island nicht ganz. Wenigstens können wir essen, essen, essen.
Montag, 12. Februar: Nordwind. Wir starten spät, überqueren den Paß zwischen Black und White Island und marschieren zweieinhalb Stunden über die Eisfläche Richtung McMurdo. Spätestens am Abend werden wir in McMurdo sein. Wir streben den Flugplatz Willies Field an. Da kommt ein Raupenfahrzeug in unsere Richtung. Es sind Neuseeländer, die zum Black Island wollen. Sie erzählen uns, daß wir Gäste in der Scott Base sind und daß einige Briefe dort liegen. Sie verständigen über Funk ihre Station. Wir laufen weitere drei Stunden und treffen ein weiteres Kiwi-Fahrzeug, das uns eine Stunde vor der Basis abfängt. Wir sind da!
Von Reinhold Messner

DER SPIEGEL 8/1990
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