05.03.1984

Genscher setzt sich ab

*
In einem Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl äußern sich 69 Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses besorgt über die geplanten deutschen Waffenlieferungen an Saudi-Arabien. Kurz vor Kohls USA-Reise sind auch zahlreiche Protestschreiben von Gewerkschaften und jüdischen Organisationen bei der deutschen Botschaft in Washington eingetroffen. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes hat die israelische Regierung Juden in den USA zu kritischen Eingaben an die Bonner Regierung aufgefordert. Beamte von Hans-Dietrich Genschers Außenamt fürchten, Präsident Reagan könnte seine bisherige Zurückhaltung gegenüber dem Waffengeschäft mit den Saudis aufgeben - mit Blick auf die amerikanischen Wahlen: 1980 stimmte über ein Drittel der jüdischen Wähler für Reagan. Genscher, der ursprünglich gemeinsam mit Kohl reisen sollte, hat sich inzwischen abgesetzt. Der Außenminister wolle, berichten Vertraute, "nicht in diese Sache hineingezogen werden". Kohl will jedoch hart bleiben. In einem Brief an den saudischen König Fahd versicherte er, an seiner Bereitschaft zur Kooperation in Verteidigungsfragen habe sich nichts geändert.

DER SPIEGEL 10/1984
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 10/1984
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Genscher setzt sich ab

  • Polizei erwischt Raser: Ein Wheelie zum Dienstbeginn
  • Paris: "Fliegende" Wassertaxis auf der Seine
  • Wie zu König Blauzahns Zeiten: Dänen bauen längste Wikingerbrücke
  • Süße Versuchung: Bär macht Kleinholz aus Bienenstock