05.03.1984

Carmen und der Cowboy Wolf

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Stets sitzt er vor Entscheidungen, die einen ganzen Macho verlangen: "Ich hatte nun die Wahl, entweder mit (John) Huston zu pokern oder mit (Jack) Nicholson zu kiffen." Und sein Potenzgeschrei läßt Buchhändlerinnen bibbern: "Von meiner Begegnung mit Carmen und meiner Liebe zu ihr, von anderen Männern, die sie lieben, und Frauen, die sie hassen." Carmen - da war doch mal was? Die Kurz-Oper (Brook), der Film (Saura) gleichen Namens sind durch; an stand, für diesen Monat, eine "Carmen"-Erzählung von Wolf Wondratschek. Doch die wird, caramba, nicht antanzen. Den Grund teilte der Dichter per offenen Brief im "Börsenblatt" mit: "Ich bin von meinem Verleger gefeuert worden", mit dem Satz, "Cowboys seien ihm lästig". Nun hat der Verleger repliziert. Daniel Keel (Diogenes) schreibt, sie seien sich "halt nicht ganz einig geworden", und der "lästige Cowboy" war "eine höfliche Art zu sagen, in meinem Büro seien mir Dichter lästig". Lästig, peinlich: Im Satire-Blatt "Titanic", in dessen Hitparade "Die sieben peinlichsten Persönlichkeiten", konnte sich Wondratschek eben auf Platz eins placieren.

DER SPIEGEL 10/1984
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Carmen und der Cowboy Wolf

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