05.03.1984

Sinjawski kontra Solschenizyn

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Der eine Autor kam 1973, der andere 1974 in den Westen, beide waren Opfer des Sowjet-Regimes, heute herrscht zwischen ihnen "Bürgerkrieg" - so jedenfalls definiert Andrej Sinjawski sein Verhältnis zu Alexander Solschenizyn. Sinjawski berichtete jetzt dem Londoner "Observer" über eine tiefe "Spaltung" der russischen Exil-Dissidentia: Der "liberal-demokratischen" Fraktion Sinjawskis stehe die "autoritär-nationalistische" Solschenizyn-Gruppe gegenüber. Solschenizyn, sagt Sinjawski, mache für die "schlimmen Dinge", die in Rußland passiert seien, nicht die Russen, sondern lauter "Sündenböcke" wie "Juden, Polen, Letten" verantwortlich. Kürzlich habe Solschenizyn die These vertreten, der ganze Westen sei von "Russophobie" durchdrungen und auf physische Vernichtung des russischen Volkes aus. Dieser "Mythos", so Sinjawski, werde auch von der Sowjet-Propaganda verbreitet und sei "sehr gefährlich": "Er ist schwanger mit der Idee des Krieges."

DER SPIEGEL 10/1984
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Sinjawski kontra Solschenizyn

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