05.03.1984

Mehr Hunger durch Raubbau und Geburtenzunahme

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Nicht nur Dürrekatastrophen, sondern vor allem langfristige Trends wie rasches Bevölkerungswachstum, rapides Fortschreiten der Bodenerosion und mangelnde Investitionen in der Landwirtschaft werden zu immer größeren Hungerkatastrophen führen. Zu diesem Fazit gelangte eine Studie des Worldwatch Institute in Washington. Während zwischen 1950 und 1973 die Weltgetreideproduktion um 3,1 Prozent pro Jahr anwuchs, ist sie jetzt (mit weniger als zwei Prozent Zuwachs) hinter die Rate der Bevölkerungsexplosion zurückgefallen. In Afrika, dem am schwersten betroffenen Kontinent, fiel die Getreideproduktion pro Kopf der Bevölkerung seit 1970 um elf Prozent. 145 Millionen Menschen in 22 afrikanischen Ländern sind gegenwärtig vom Hunger bedroht. "Jedes Jahr", erläuterte Worldwatch-Präsident Lester R. Brown, "müssen die Bauern in der Welt 79 Millionen Menschen zusätzlich ernähren." Die Chancen dafür würden immer geringer, weil die Tragkraft der Böden durch Raubbau nachläßt: Sogar in den hochtechnisierten USA geht auf über einem Drittel der Anbaufläche stetig Farmland durch Erosion verloren. Die Verwendung von Düngemitteln pro Kopf der Weltbevölkerung (und damit der Energieverbrauch für die Nahrungsmittelprodukte) hat sich von 1950 bis 1983 verfünffacht.

DER SPIEGEL 10/1984
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