05.03.1984

Aids-Virus bei Affen gefunden

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Ein Virus, das bei Affen die gefürchtete Immunschwäche Aids auslöst, haben amerikanische Wissenschaftler isoliert. Affen-Aids ähnelt in seinen Symptomen - Zusammenbruch der Immunabwehr, Anfälligkeit für tödliche Infektionskrankheiten - der "erworbenen Immunschwäche" beim Menschen. Im Blut eines an Aids gestorbenen dreijährigen Affen fanden Forscher der University of California in Davis das zuvor unbekannte Virus, das nach einer Übertragung auf gesunde Affen innerhalb von drei Monaten die typischen Aids-Symptome hervorbrachte. Dasselbe Virus machten inzwischen Wissenschaftler des Primaten-Forschungszentrums in Southboro (US-Staat Massachusetts) dingfest. Es handelt sich um ein sogenanntes Retrovirus, das auf dem Umweg über das Genprogramm in den Zellstoffwechsel eingreift. Einstweilen bleibt ungewiß, ob Aids beim Menschen auf eine ähnliche Weise entsteht. Alle Versuche, die Krankheit vom Menschen auf Versuchstiere zu übertragen, sind bisher gescheitert.

DER SPIEGEL 10/1984
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