09.04.1984

Ungebautes von Raffael

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Kunst im Kopf, als Erfindung und bloßer Plan - das ist kein Tick heutiger Avantgarden, sondern notgedrungen oft auch die einzige Existenz großer Architektur-Konzepte. Als Madonnen-Maler ist Raffael allgegenwärtig, als Baumeister kaum bekannt, weil er viele seiner Werke, wie das Projekt für die römische Peterskirche, höchstens als Bruchstücke realisieren konnte. Diese Tätigkeit des 1483 geborenen Künstlers, an dem seine Landsleute länger als ein Jubiläumsjahr zu feiern haben, ist Thema einer Ausstellung im Konservatorenpalast in Rom. Zu sehen sind neben gemalten Architekturen Modelle unverwirklichter Raffael-Bauten sowie Dokumente, die oft nur mittelbar auf Eingebungen des Genies schließen lassen. So wird eine Zeichnung aus den Uffizien erstmals als Kopie seines nie gebauten Fassadenentwurfs für San Lorenzo in Florenz, die Heimatkirche des Medici-Papstes und Raffael-Gönners Leo X., gedeutet. Die Künste lassen sich nicht trennen: Eine Fassaden-Loggia, unter einer Inschrift mit dem Namen des Mäzens, ähnelt der auf einem Raffael-Fresko im Vatikan, in der ein früherer Papst Leo (IV.) steht.

DER SPIEGEL 15/1984
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