09.04.1984

Aus für „CIVIL warS“

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"Ein Baum läßt sich am besten messen, wenn er gefällt ist": so der Untertitel des interkontinentalen Theaterspektakels "The CIVIL warS", an dem der amerikanische Avantgardist Robert Wilson seit vier Jahren gearbeitet hat. Die in Rotterdam, Köln, Rom, Tokio, Marseille und Minneapolis produzierten Einzelteile wollte Wilson im Juni für das olympische Kulturfestival in Los Angeles zu einem Acht- bis Zwölf-Stunden-Gesamtkunstwerk zusammenfügen. Nun ist entschieden: Der Baum wird nicht zu messen sein, das olympische Kulturkomitee hat die Veranstaltung abgesagt. Begründung: Von den veranschlagten 2,6 Millionen Dollar Produktionskosten fehle immer noch eine Million - aus dem Olympia-Kulturetat waren Wilson nur 200 000 Dollar zugesagt. Wilsons Freunde sehen in der Absage aus Los Angeles eine Entscheidung gegen das avantgardistische Risiko. Nun besteht das olympische Theaterprogramm, neben Folklore aus aller Welt, weitgehend aus europäischer Repräsentationskultur.

DER SPIEGEL 15/1984
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