09.04.1984

Mick und Molotow: Die 60er Jahre

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"Che Schah Shit." So fetzig, aber auch geheimnisvoll klingt der Titel eines "Bilder Lese Buchs" im Elefanten Press Verlag, das ein grelles, noch gar nicht recht vergessenes Jahrzehnt wiederentdeckt: "Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow" (29,80 Mark). Für die Deutschen begann die Dekade der "Amis auf dem Mond", die ihnen die Mauer in Berlin bescherte, mit einem nationalen Blitzstart: Immerhin gewann, nur fünf Wochen nach dem Ableben des St.-Pauli-Baritons Hans Albers (Juli 1960), Armin Hary die olympische Goldmedaille im 100-Meter-Sprint. Aber wer mochte sich an diese Petitesse noch erinnern, als der kleinwüchsige Ringo Starr aus Liverpool sich Weihnachten 1964 die entzündeten Mandeln abfeilen ließ - und verzückte Bewunderer seiner hämmernden Kunst all over the world tausendfach Nachtwache hielten. General Westmoreland bombt Vietnam "in die Steinzeit zurück", in den Diskotheken wird Twist getanzt, und ein Oswalt Kolle klärt über "Sexualität vor der Ehe" auf. Die Apo baut Barrikaden, Alfred Hitchcock dreht seinen Thriller "Psycho", und kleine Mädchen im Minirock schreiben Schulaufsätze über Herrn Jagger: "Ich habe Mick gesehen."

DER SPIEGEL 15/1984
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Mick und Molotow: Die 60er Jahre

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