09.04.1984

RÜCKSPIEGELZitate

Die Illustrierte „Bunte“ über SPD-Bundesgeschäftsführer Peter Glotz und die Zukunft der Sozialdemokraten: *
Kein vernünftig Denkender wünscht, daß die zweitstärkste und traditionsreichste Partei der Bundesrepublik, die SPD, weiterhin an innerem Halt, an Substanz verliert. Um so aufmerksamer liest man, was Peter Glotz, Generalsekretär, im SPIEGEL darüber zu sagen hat. Peter Glotz kann der SPD keine Strategie vorgeben, schon gar nicht vor dem Parteitag, der im Mai in Essen stattfinden wird. So versucht er, Gefahren und Möglichkeiten aufzuzeigen, die zusammengenommen, ihre Lage bestimmen. Das ist ihm mißlungen. Aber alles, was er schreibt, ist lesenswert und intelligent.
Die Ludwigshafener "Rheinpfalz":
Die Aufgabe des Menschen besteht unter anderem darin, über die Menschheit nachzudenken. Hinter dieser leichtfüßigen Sentenz verbirgt sich der politische Ernst, Perspektiven zu entwickeln und Zukunftssicherung zu betreiben. Dieser Verpflichtung ist der Bundesgeschäftsführer der SPD, Glotz, mit einer scharfsinnigen Diagnose nachgekommen, die der SPIEGEL veröffentlicht hat. Auch wenn er der Versuchung nicht widerstehen konnte, die gewonnenen Erkenntnisse in eine Vision einzupassen, die den Linkskräften die Rückkehr zur Macht zu garantieren scheint, so stellt sein Versuch der Objektivierung aktueller Themen eben jene Fragen zur Diskussion, um die sich die Parteien herumdrücken.
Die Münchner "Abendzeitung" zur Verwarnung des Moskauer SPIEGEL-Korrespondenten durch das sowjetische Außenministerium:
Der Kreml wird hoffentlich nicht den Fehler gemacht haben, die Begründung für die Verwarnung des SPIEGEL-Korrespondenten in Moskau, Andreas Lorenz, auch den Bürgern der großen Sowjet-Union mitgeteilt zu haben. Die Folgen könnten für Tschernenkos Garden ziemlich betrüblich werden. Lorenz hatte beim ehemaligen Sowjet-Außenminister Schepilow geklingelt, um ein Interview gebeten, sich eine Absage geholt und war wieder gegangen. Angesichts dieses Vorgangs könnten beim Sowjetbürger denn doch schwere Mißverständnisse entstehen. Wenn es frühmorgens klingelt und es ist nicht der Milchmann, sondern unfreundliche Herren, durchaus amtlich, aber ohne Haft- oder Durchsuchungsbefehl, könnte der Genosse Iwan durchaus an das "Recht auf Untastbarkeit der Wohnung" denken und ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen. Es nützt ihm allerdings nicht viel. Die treten wirklich Türen rein.

DER SPIEGEL 15/1984
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DER SPIEGEL 15/1984
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