23.04.1984

Super-Sender

*
Unter dem Vorwand, Kosten einsparen zu wollen, werben christliberale Politiker in Bonn für eine Zusammenlegung der Bundesrundfunkanstalten Deutsche Welle (DW) und Deutschlandfunk (DLF). Um die Verwaltung beider Häuser zu vereinfachen und Programmüberschneidungen zu vermeiden, so die Argumentation, sollen die beiden Sender zu einer Superanstalt vereinigt werden. Tatsächlich wollen Regierungspolitiker wie der FDP-Fraktionschef und Vorsitzende des DLF-Rundfunkrats, Wolfgang Mischnick, oder der Parlamentarische Staatssekretär im Innerdeutschen Ministerium, Ottfried Hennig, die Bundesanstalten auf Koalitionskurs bringen: Die verkappten Regierungssender werden nämlich auch nach der Wende noch von Sozialdemokraten geleitet. Für den Posten des neuen Super-Intendanten brachte DLF-Verwaltungsratsmitglied Hennig sich selbst ins Gespräch. Als Favorit der Liberalen gilt der ehemalige FDP-Sprecher und jetzige Chefredakteur der Deutschen Welle, Josef Gerwald. Die Wahl des liberalen Medienpolitikers käme vor allem AA-Chef Genscher gelegen. Der Außenminister möchte die "Deutsche Welle" enger ans Auswärtige Amt anbinden.

DER SPIEGEL 17/1984
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 17/1984
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Super-Sender

  • Vor G7-Gipfel in Biarritz: "Die Stadt ist zu einer Festung geworden"
  • Brände im Amazonas: Bolsonaro kündigt Strafen für Brandrodungen an
  • Flaschenpost aus Russland: Nach 50 Jahren in Alaska gefunden
  • Jagdtricks von Delfinen: Die "Hau-drauf-hau-rein"-Technik