27.08.1984

Lust verloren

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Seit dem Rücktritt von Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP) haben die etablierten Bundestagsparteien die Lust am Flick-Untersuchungsausschuß verloren. Auch die in Karlsruhe erstrittene Freigabe aller Flick-Akten stimmt die Ausschußmitglieder nicht mehr froh, sie drohen in einer neuen Papierflut zu ertrinken: 140 Aktenordner aus Wirtschafts- und Finanzministerium mit schätzungsweise 35 000 Seiten müssen gesichtet und vervielfältigt werden. Allein das Kopieren dürfte 15 000 Mark kosten. Das Oberlandesgericht in Köln muß demnächst entscheiden, ob die Parlamentarier auch Einblick in die 36 Beweismittelordner der Staatsanwaltschaft Bonn erhalten. Deren Herausgabe hat der Vorsitzende Richter Hans-Henning Buchholz abgelehnt. Nun haben sich SPD, CDU/CSU und FDP gegen die Grünen intern verständigt, die Beweisaufnahme bis zu den Weihnachtsferien abzuschließen. Spätestens dann wird sich das Interesse an der Flick-Affäre in den Schwurgerichtssaal des Bonner Landgerichts verlagert haben: Ende Oktober oder Anfang November soll dort das Verfahren eröffnet werden.

DER SPIEGEL 35/1984
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