27.08.1984

Uranschwemme - K.o. für Brüter?

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Die ohnehin fragwürdigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen für kostspielige Brut-Reaktoren und Wiederaufarbeitungsfabriken - beide Anlagetypen werden mit dem Argument verteidigt, knappes Uran müsse künftig durch erbrütetes Plutonium ersetzt werden - rutschen noch weiter ins Minus. Nach jüngsten Erhebungen der internationalen Atomenergiebehörde Nuclear Energy Agency (NEA) gilt die Uranversorgung ohne Einsatz von Brutreaktoren und Brennstoffaufarbeitung bis auf "etliche Jahre nach der Jahrtausendwende" gesichert. Zudem bleibe auch noch der Uranbedarf durch den zögernden Atomenergie-Ausbau hinter den Erwartungen zurück. 1982 hatte die NEA für das Jahr 2000 mit 489 Milliarden Watt Kernkraftwerk-Leistung gerechnet. Jetzt lauten die NEA-Schätzungen nur mehr auf 320 bis 392 Milliarden Watt. Dem stehen wachsende Uran-Vorräte gegenüber: 1983 waren große Vorkommen außerhalb des Ostblocks, in Australien und Niger etwa, noch mit 314 000 und 213 000 Tonnen angegeben worden. Nun schätzt die NEA die wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen auf 474 000 und 454 000 Tonnen.

DER SPIEGEL 35/1984
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