27.08.1984

Shepard Stone

Shepard Stone, 76, Direktor des Aspen-Instituts in Berlin, ließ den bekannten Berliner Maler Johannes Grützke die Höhen und Tiefen des Künstlerdaseins durchleben. Grützke, Mitbegründer der "Schule der neuen Prächtigkeit", hatte vom Senat den Auftrag bekommen, Ehrenbürger Stone zu porträtieren. Das Ergebnis mißfiel sowohl dem Modell (Stone soll sich an der zu lang geratenen Nase gestoßen haben) als auch den Protokollbeamten in der Senatsverwaltung. Der Ehrenbürger in Öl (Abb.) wurde für Wochen unter Verschluß genommen. Erst als eine Berliner Tageszeitung für öffentlichen Wirbel sorgte, kam das Bild geradewegs vom Speicher an einen Ehrenplatz. Seit Mittwoch vergangener Woche hängt das Werk direkt über der Vitrine mit dem Goldenen Buch der Stadt, nur wenige Schritte vom Amtszimmer des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen entfernt. Senatssprecher Winfried Fest trat zur Wiedergutmachung an. Grützke, so befand er, sei ein "begnadeter Porträtist".

DER SPIEGEL 35/1984
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