03.09.1984

GESTORBENReinhard ("Teddy") Suhren

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Reinhard ("Teddy") Suhren, 68. Er war, wie es im Jargon der Militärhistoriker heißt, einer der "erfolgreichsten deutschen U-Boot-Fahrer". Auf 16 Feindfahrten versenkte der Fregattenkapitän 73 Handels- und zwei Kriegsschiffe der Alliierten. Suhren, der wegen seiner schlappen Art zu marschieren den Spitznamen "Teddy" erhielt, gab sich so, wie sich die Öffentlichkeit spätestens seit dem Film "Das Boot" einen deutschen U-Boot-Kommandanten vorstellt: verwegen, sarkastisch im Umgang mit der eigenen Angst und betont lässig in Fragen des politischen und militärischen Komment. In seinen Lebenserinnerungen "Nasses Eichenlaub" schildert der Ritterkreuzträger den lässigen Suhren: 1942 läuft er nach dreimonatiger Feindfahrt in den Hafen von Brest ein. Vor angetretener Ehrenkompanie und zum Entsetzen des Flottillenchefs fragt er durch die Flüstertüte rufend einen Freund an Land: "Hein, Hein, sind die Nazis noch am Ruder?" Doch Suhren blieb unbehelligt. Nach dem Krieg war der Fregattenkapitän im Deutschen Marinebund aktiv. Wie seine Kameraden forderte er die Rehabilitierung von Großadmiral Dönitz. Suhren starb vorletzten Samstag bei Hamburg.

DER SPIEGEL 36/1984
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Reinhard ("Teddy") Suhren

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