11.03.1985

Gipfel in Gefahr

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Das für Ende Mai geplante Spitzengespräch zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und den Gewerkschaften scheint gefährdet. Schuld daran ist ein Brief von Kanzleramtsminister Wolfgang Schäuble an den DGB-Vorsitzenden Ernst Breit. Während Kohl auf dem letzten Gipfeltreffen am 23. Januar noch konkret die Bildung von Arbeitsgruppen zu den Themen technologischer Fortschritt und Arbeitsplätze, Altersversorgung, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und öffentliche Investitionen zugesagt hatte, teilte Schäuble nun lediglich pauschal mit, welche Ressorts für die "Gespräche" zuständig seien. Der DGB-Vorsitzende argwöhnt deshalb, daß der Kanzleramtschef detaillierte Beratungen im Vorfeld des Treffens verzögern will. Breit: "Das sieht nach geringerer Aufmerksamkeit aus. Zu Arbeitsgruppen passen keine unverbindlichen Gespräche." In einem Antwortschreiben "bittet" er deshalb, "zu dem Wortlaut unserer Absprache zurückzukehren". Das Spitzengespräch hat nach Ansicht der Gewerkschaften nur Sinn, wenn dann bereits Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorliegen und beraten werden können.

DER SPIEGEL 11/1985
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