11.03.1985

Dioxin-Opfer

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Baden-Württembergs Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten, Gerhard Weiser, soll auf Drängen einflußreicher CDU-Politiker zurücktreten. Seit mehr als zwei Jahren hat der gelernte Landwirt, auch Stellvertreter von Landeschef Lothar Späth, alle Meldungen über Dioxin-Rückstände bei der Chemiefirma Dynamit Nobel in Rheinfelden, die zum Flick-Konzern gehört, beschönigt. Am Freitag letzter Woche bestätigte die Staatsanwaltschaft Lörrach, was die Firma alles auf der Industriemüll-Deponie Karsau bei Rheinfelden am Oberrhein gelagert hatte: 6,9 Tonnen Dioxine, darunter 26,3 Gramm Seveso-Dioxin, eine halbe Tonne Dibenzofurane sowie 2,5 Tonnen polychlorierte Biphenyle - insgesamt rund zehn Tonnen für Menschen, Boden und Gewässer gefährliche Giftrückstände. Für die Überwachung war das Ministerium Weisers zuständig. Ein Mitglied des CDU-Landesvorstands: "Der Mann ist nicht mehr haltbar, sonst muß Späth selbst geradestehen."

DER SPIEGEL 11/1985
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