„Offenheit und Fairneß sind selbstmörderisch“

Gift im Boden: Wer bezahlt die Sanierung von Giftmüll-Deponien? Arsen in Hamburg, Cadmium in Bielefeld, Dioxin in der Pfalz - in weiten Teilen Westdeutschlands sind die Böden, teils irreparabel, mit Industriegiften verseucht. Im westfälischen Brake steht am Donnerstag dieser Woche, erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik, die „Absiedlung“ eines auf Giftmüll gebauten Stadtteils zur Debatte. Zum nationalen Umwelt-Politikum Nummer eins gedeiht derweil die Jahrhundertfrage, wer - Staat oder Industrie - die Milliardenkosten der Sanierung von rund 50 000 geordneten und wilden Giftmüllkippen tragen soll, die, chemischen Zeitbomben gleich, allenthalben Kulturböden und Grundwasser gefährden. *

DER SPIEGEL 7/1985

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