11.03.1985

Günther Felix,

55, Steueranwalt aus Köln, der im Parteispendenverfahren seit Jahren die Drähte zieht, wird jetzt auch ein Opfer der Affäre: Der "Gegenspieler der Staatsanwälte" ("Süddeutsche Zeitung") hatte am vorletzten Wochenende die "Verantwortlichen der Landesregierung" von Nordrhein-Westfalen angezeigt, weil Justizminister Diether Posser dem Parlament seitenweise faksimilierte Auszüge aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft vorgelegt hatte. Der Düsseldorfer Wissenschaftsminister Rolf Krumsiek ordnete daraufhin intern an, daß der Antrag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln, Felix zum Honorarprofessor für Steuerrecht zu benennen, durch Nichtbearbeitung erledigt werde. Felix, der seit Jahren an der Uni Lehrbeauftragter ist, dürfe nicht den Titel Professor bekommen. Der Adenauer-Verehrer Felix ("Ich bin ein Kraftwerk von Überzeugung") nervte die Sozialdemokraten schon häufiger. Mal hatte er die "amtliche Aufmerksamkeit" der Justiz auf sozialdemokratische Spendenpraxis zu lenken versucht, dann wieder hatte er in Neujahrsgrüßen Willy Brandt ein "Sicherheitsrisiko" genannt.

DER SPIEGEL 11/1985
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