09.09.1985

Kontrollierte Kultur

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Das geplante Kulturabkommen zwischen beiden deutschen Staaten stößt bei Künstlern in der DDR auf wenig Gegenliebe. Viele von ihnen fürchten, das geplante Vertragswerk könne den kulturellen Austausch eher einschränken als fördern. Die DDR erhalte nämlich damit ein Instrument, Kontakte noch stärker als bisher zu kontrollieren. Anlaß zur Sorge geben Äußerungen der Kulturexpertin im ZK der SED, Ursula Ragwitz. Das Abkommen, über das am 11. September in Ost-Berlin wieder verhandelt werden soll, sehe, so die ZK-Abteilungsleiterin, nach dem Vorbild des innerdeutschen Sportkalenders für jedes Jahr einen Kulturkalender vor. Die Kritiker fürchten, daß dann wie im Sport nur noch Veranstaltungen erlaubt sind, die auf dem staatlichen Kulturfahrplan stehen.

DER SPIEGEL 37/1985
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