14.10.1985

„In Latzhosen und auf Stöckelschuhen“

Markterfolg und Gegen-Öffentlichkeit der Stadtmagazine *
Sie locken mit bunten Titeln wie die Illustrierten - doch sie heißen "Zitty" und "Plärrer", "Schädelspalter", "Szene", "Oxmox" und "De Schnüss".
Ihre Themen und Texte gleichen denen der Lokalpresse - nur ins Alternative gewendet, Neues aus der Welt der Szenekneipen und Rockschuppen, der Selbsthilfegruppen, Flohmärkte und "xtausend Veranstaltungen".
Sie drucken Schickes wie die Modeblätter - aber die Plünnen sind aus dem Second-hand-Shop, "Bowie-Hose 110,-DM", "Trenchcoat ab 200 Mark".
Es ist eine ziemlich neue, seltsam halbprofessionell wirkende Sorte Zeitschriften, die sich über die Jahre nach vorn geschoben hat und immer mehr feste Leser findet. Mit Bienenfleiß bieten sie dem Publikum der Großstädte und Ballungsgebiete alles, was es zu erleben gibt - kein Filmdebüt, kein Rockkonzert am Ort, das im Terminteil dieser Lokal- oder Regionalblätter fehlte. Aus den Datentabellen und Monatskalendern ("Wo was los ist") hat sich die auflagenstarke Palette der alternativen Anzeiger entwickelt, die sich Stadtmagazine oder Stadtillustrierte nennen.
Auf über 500 000 ist ihre monatliche Gesamtauflage mittlerweile geklettert, in manchen Großstädten konkurrieren schon zwei oder drei miteinander. Doch noch heute, bei Umfängen von hundert bis dreihundert Seiten, ist der Heftkern mit den Terminkalendern der wichtigste Kaufanreiz für die Leser geblieben, egal ob bei "Szene Hamburg", "tip" Berlin oder der "Münchner Stadt-Zeitung".
Denn keine Tageszeitung, keine Anschlagsäule bietet einen ähnlich vollständigen Überblick wie die Stadtmagazine über das tägliche Veranstaltungsprogramm vom Hoffest bis zur Travestieshow, vom Münchner Literaturbüro und der Frankfurter Batschkapp bis zum Dortmunder Anarchistenball, dem Arbeitslosenfrühstück in Hannover, der Hamburger Engtanzfete. Als der Termine-Redakteur der Kölner "Stadt-Revue" ein BAP-Konzert in den Sartory-Sälen übersah, war, wie er sich erinnert, in der Redaktion "die Hölle los".
"Überblick" heißt denn auch Düsseldorfs einzige Stadtillustrierte. Und der Name "tip" für das größte Berlin-Magazin stammt noch aus der Zeit, als Verleger Klaus Stemmler, damals Mitinhaber des Offkinos "Notausgang", vor 13 Jahren mit einem Programmheft für Filmkunst- und Folkläden anfing.
Sosehr die Terminspalten einander ähneln, vom Fernsehen bis "Ansonsten", "Dies + das", "Was noch", so groß sind ansonsten die Unterschiede - thematisch von Ort zu Ort, politisch von Blatt zu Blatt, in der mal flotten, mal kargen Aufmachung von Titel zu Titel.
Ob sie aber cool über Nutten und Naturschutz schreiben, zupackend über "Kriegsmanöver" und "Computer-Hacker" berichten - sie alle kommen dem Lebensgefühl der Jüngeren entgegen, die sich im offiziösen Nachrichtenstil der Lokalzeitungen nicht wiederfinden.
Mal sachlich, mal zynisch gehen sie ihre Themen an. Viel Blödeldeutsch, viel Anarchoslang ist eingesprengselt, wenn etwa "Guckloch", die "Illustrierte des Ruhrgebiets", über Retortenbabys unter der Schlagzeile "Ei, Ei, Ei verboten?" berichtet oder in einer Kammerjägerstory über "Kakerlaken auf dem Klo" schreibt.
Der Nürnberger "Plärrer" vermeldete den überraschenden Rücktritt eines CSU-Landwirtschaftspolitikers von seinen Ämtern so: Der "Knoblauchsländer Politiker" aus dem Fürther Hinterland sei "ausgestiegen. Abgehauen über Nacht. Verschwunden. Weg. Aus, Äpfel, patsch, peng".
Sie alle steuern Gegenkurs gegen "unsere schrecklich restaurative Gesellschaft", wie es in Hamburgs "Szene" hieß. So legte sich die "Münchner Stadt-Zeitung" mit den schwarzen Sheriffs an, den umstrittenen, bisweilen rabiat zugreifenden Münchner Privatpolizisten mit kommunalen Überwachungsaufgaben. Zwei Mitarbeiter des Stadtblatts marschierten in ähnlichen Uniformen, wie sie die schwarzen Sheriffs tragen, durch die City und notierten, was die Leute über sie so redeten: "Wixer", "Schweine", "Die hauen erst zu, dann fragen sie."
Das Amtsgericht verhängte gegen die beiden kostümierten Journalisten Ende letzten Jahres Strafbefehle von je 1200 Mark wegen unbefugten Tragens von Amtskleidung und Mißbrauchs von Abzeichen. Bei der CSU gelten die Stadtzeitungsleute seither als "Kommunisten".
Die Kölner "Stadt-Revue" praktizierte "Gegenöffentlichkeit" auf andere
Weise. Zu ihren Aufgaben des "kritischen Diskurses" zählte sie auch den Abdruck von Leserbriefen der Revolutionären Zellen sowie, aus Anlaß von Fahrpreiserhöhungen, die Veröffentlichung eines Schwarzfahrer-Berichts (Autor: "Jonny Controletti") einschließlich Photos von Kontrolleuren bei der Ausübung ihrer Tätigkeit. In den fälligen Ermittlungs- und Strafverfahren kam die Redaktion schließlich folgenlos davon.
Anders der Nürnberger "Plärrer". Das nach dem verkehrsreichsten Platz der Stadt benannte Blatt wurde gleich dreimal binnen zwei Jahren beschlagnahmt. Einmal hatte es den Text einer normierten Massenanklage in den Nürnberger KOMM-Prozessen (gegen 82 von 141 Inhaftierten) abgedruckt - und zwar im Wortlaut, was juristisch umstritten ist. Die anderen Male fühlten sich Politiker, darunter Bundeswohnungsbauminister Oscar Schneider, und der Nürnberger Polizeipräsident beleidigt.
Gleichwohl gehören solche Zusammenstöße mit Staats- und Ordnungsmächten eher zu den lästigen Begleiterscheinungen, nicht zum eigentlichen Konzept der Blattmache - wie noch bei "Radikal", "Agit" und anderen älteren Linksblättern mit ihren lustvoll inszenierten Regelverstößen. Gewollt ist vor allem das gesicherte Erscheinen der Stadtmagazine, weil ihre Macher, wie "Zitty"-Redakteur Rainer Bieling in Berlin sagt, die "Instabilität der alternativen Zeitschriften in den siebziger Jahren" letztlich für unproduktiv halten.
Die Erscheinungsweise der einstigen Nonkonformen, der Hippie-, Sponti- und K-Gruppen-Blätter, war nach Verlagsangaben oft "unsicher" oder "unregelmäßig". Die meisten der rund 10 000 Linksblätter, deren Gründung die Publizistik-Wissenschaftler über zehn Jahre registrierten, wurden bald nach dem Start wieder eingestellt. Im ganzen sei die "linke Papierflut", so der Frankfurter Presseforscher Ernst Lukas, mit ihren Kleinauflagen und Kurzzeiteffekten nur der Ausdruck einer heillosen Zersplitterung gewesen.
Für die Stadtmagazine dagegen steht die kommerzielle Existenzsicherung im Vordergrund. Das ist, gemessen an den Alt-Alternativen, das eigentlich Neue an ihnen: daß sie den Markt, als Forum des Leser-Gewinnens, schlicht akzeptieren.
Deshalb umwerben sie auch mit journalistisch aufgepepptem Inhalt und graphisch aufgelockerter Machart ein breiteres Publikum als die Eigenbrötler von Theorie- und Gruppenblättern, die über der politisierenden Insiderdebatte die Außenwirkung vergaßen. Denn die eine, einzige "alternative Szene gibt es ja nicht", weiß der vormalige "tip"-Redakteur Werner Mathes, 31, der inzwischen
zum "Stern" wechselte, "und in ein und demselben Blatt mit den vielen, oft fluktuierenden Gruppen klarzukommen, ist schon eine Kunst für sich".
"Wir sind", sagt daher der "Zitty"-Kollege und promovierte Philosoph Bieling, 34, über den Lernprozeß, "ein Phänomen der achtziger Jahre" - auch wenn die ersten, etwa "Szene" und "Oxmox" in Hamburg, "tip" und "Zitty" in Berlin, schon in den Siebzigern herauskamen. Aus dem Schicksal der Vorgänger zogen sie die Lehre, Konflikte und Tendenzfehden zwar nicht abzuschaffen, aber die selbstzerstörerische Zuspitzung zu vermeiden, wie sie etwa dem Münchner "Blatt" zum Verhängnis wurde.
Diese allererste, noch durchweg schwarz auf weiß gedruckte Stadtzeitung blieb mit ihren oft radikalen Kampagnen gegen Berufsverbot und Wohnungsnot, für Ökolgie und Päderastie den altlinken Anfängen treu. Doch die Abneigung der Redaktion gegen ein "Flimmer-Glitter-Blatt" und die liebevoll gepflegte "kollektive Schlamperei" trübten, wie sich ein Mitarbeiter erinnert, immer mehr den "Blick für größere Zusammenhänge". Nach 273 Ausgaben seit 1973 blieb das "Blatt" letztes Jahr, im Wettbewerb mit der Ende 1977 gegründeten "Münchner Stadt-Zeitung", auf der Strecke.
Durchgesetzt hat sich eine popularisierte, "ideologisch nicht so festgelegte Blattlinie" (Bieling). Dazu zählt, wenn es nur interessant genug oder frisch aufbereitet ist, eigentlich "alles - aber nicht alles immer wieder", sagt Münchens "Stadt-Zeitung"-Redakteur Michael Konitzer mit Blick auf die verblichene Konkurrenz.
Auf Leserfang gehen die Stadtmagazine mit lokalen Schlagzeilen und oft sorgsam kalkulierten Titelbildern. Mit denen, augenfälliger Op-art-Graphik oder frech verfremdeten Filmphotos, will "Stadt-Zeitung"-Verleger Arno Hess, zuvor Herausgeber diverser Werbefachblätter, "am Kiosk gegen die viele Konkurrenz anschreien: Hallo, hier sind wir".
Die Berliner "Zitty"-Leute taten das, mit einer buntbemalten Nackten aus dem Discomilieu, vorletztes Jahr so ungeniert, daß hinterher ein maskierter Frauentrupp die Redaktion aufsuchte, den verantwortlichen Redakteur Bieling kurzerhand auszog und mit schwarzblauer Farbe besprühte. Da schlug, so Bieling, "die Bindung der Leserinnen ans Blatt in Wut um".
Manchmal setzen die Redaktionen interessante Bilder auf den Titel, die keinen Bezug zu den Themen im Heft haben. Dann wieder machen sie Beiträge zu Titelthemen, wenn sie nur flott oder provokant genug wirken. Der Klassiker des letzten Jahres war eine Titelgraphik der "Szene Hamburg": Adolf Hitler, als Ente mit einer Hakenkreuz-Armbinde am Flügel, vor dem Hintergrund des sechszackigen "Stern"-Emblems. Titelzeile (zu Hitlers falschen Tagebüchern in
der Hamburger Illustrierten): "Die größte Ente aller Zeiten."
Superlative und Sensationen, von der Berliner "tip"-Gala des "perfektesten Musikfilms, der je gedreht wurde", bis zum kommunalen Subventionsskandal, sind allerdings nur die Zugabe einer politisch-kulturellen Berichterstattung, die sensibel auf Nähe zur Basis hält, zum lokalen Umfeld und zu den wechselnden "Zeitströmungen" (Mathes).
So leistete "tip", schon von seiner Entstehung als Kinowegweiser an, Pilotdienste für Avantgarde- und Autorenfilme, weitete die Musikkritik aus und lädt zu seinen Filmfeten für ausländische Novitäten "die gesamte Creme der Berliner Szene".
Als Mathes die - Ende September auch im Fernsehen gezeigte - Gattenmörder-Schnulze "Heller Wahn" der Münchner Filmregisseurin Margarethe von Trotta verriß (Tenor: "Offenbar gibt's im deutschen Film leider immer noch einen Bonus dafür, wenn wer ohne Schwanz auf die Welt gekommen ist"), ging's ihm ähnlich wie den "Zitty"-Leuten mit ihrem Titelbild-Ausrutscher: Ein Frauenkommando kam vorbei und verwüstete im Redaktionsgebäude das Treppenhaus.
Neben dem Kulturmagazin "tip", das die Politik erst nach und nach entdeckte, ging das benachbarte "Zitty" von Anfang an auf Nahkontakt mit Berlins Bürger- und Szeneinitiativen, mit Hausbesetzern, Street culture und Dritte-Welt-Touristen. "Jede Gruppe will natürlich Hofberichterstattung", sagt der "Zitty"-Verantwortliche Bieling, "aber unsere Zeitung hat den Ruf, sich kritisch auch mit dem eigenen Lager auseinanderzusetzen."
Eine "Zitty"-Satire verspottete etwa das "Wohltat"-Gehabe der Linksschickeria, die Patenschaften für Hausbesetzer übernahm, "um anschließend mit jedem darüber zu reden". Mit den gleichen Zweifeln bedachte das Blatt akademische Erntehelfer, die sich vor der "Kaffeefahrt nach Nicaragua" auf Abschiedsfeten für die läuternden "Fährnisse" im voraus feiern ließen.
"Mindestens zwei Generationsebenen" prägen nach Bielings Beobachtungen die "Zitty"-Leserschaft: die stärker zur Politik, zur teilweise spartanischen Gruppenaktivität neigenden Oldies der 68er Generation und der siebziger Jahre, darauffolgend die wieder stärker an Kultur, Konsum und Modischem, am "Element des Lebensgenusses" interessierten Jüngeren. "Diese Generationen existieren nebeneinander", so "Zitty"-Mann Bieling - und das gilt folgerichtig auch für die Stadtmagazine mit ihren unterschiedlichen Zielgruppen.
Am deutlichsten wird das in Hamburg. Dort bemüht sich der Erstling "Szene", Ende 1973 erschienen, mit fast schon traditionellem journalistischen Standard um "Glaubwürdigkeit durch seriöse Gestaltung" (Geschäftsführerin Marion Schneider). Vier Jahre später folgte "Oxmox", schon vom Phantasietitel her juxiger, mit vielen kleingeschnipselten News für die Freak- und Spontijugend. Seit letztem Jahr präsentiert "tango" den schrägen Schick der Neonkultur.
Der Konkurrenzkampf der drei schaukelte sich zeitweise zu einem giftigen Branchenzwist auf, in den sich Tendenzmotive mischten. Wechselweise setzte es abfällige Bemerkungen über die angeblich veraltete, chaotische oder oberflächliche Machart des jeweils anderen - letztlich Ausdruck eines mehr politik- oder konsumorientierten Konzepts.
Die "Szene" ist mit ihrer ruhigeren, gründlicheren Schreibe nach wie vor im Aufwind, während "tango" mit modisch gestylter Aufmachung für die ganz Jungen Erfolg hat: mit "einem neuen Lebensstil, mehr Schick und Eleganz für
die jungen Leute, Weißlack-Kneipen statt verräucherten Miefs und einer Renaissance der Tanzschulen", wie "tango"-Mitverleger Heiko Thieme, 28, schwärmt, der zuvor schon mal Anzeigenverkaufsleiter der Frauenzeitschrift "Petra" war.
Die jungen Leute, sagt "tango"-Chefredakteurin Edeltraud Mierswa, seien "den heutigen Problemen gegenüber nicht ignorant", doch sie wollten Umweltverschmutzung und atomare Gefahren "nicht ständig um die Ohren geschlagen" bekommen.
Aufgeheizt wurde der Hamburger Konflikt durch persönliche Vorwürfe gegen "Oxmox"-Verleger Klaus M. Schulz, 34, einen einstigen Apo-Marschierer, dessen kleinformatiges Magazin, wie geschaffen fürs Handschuhfach, sich mit 50 700 Auflage fast so gut verkauft wie die beiden Konkurrenten zusammen. Frühere Mitarbeiter warfen Schulz letztes Jahr die Zahlung miserabler Löhne bei privater Verschwendungssucht vor. Bei einem gutgehenden Blatt wie "Oxmox" könne unter diesen Umständen der Verleger schnell "ein wohlhabender Mann" werden, stichelt Thieme, der, wie er sagt, als Anzeigenleiter bei "Oxmox" einst "Millionen umsetzte".
Nirgends sonst aber verschärfte sich der Marktkampf der Stadtmagazine wie in Frankfurt: bis vor Gericht. Die traditionslinke "andere zeitung" und Daniel Cohn-Bendits - mit Lokalteil und Veranstaltungskalender angereichertes - Spontiblatt "Pflasterstrand", beide 1976 gegründet, sahen sich dort vom sechs Jahre jüngeren Schick- und Kritikmagazin "Auftritt" angegriffen, das die Neonschrift schon im Titel leuchten läßt.
Bei allem Wandel, hin zu mehr Journalismus, wolle der "Pflasterstrand" doch gesellschaftliche "Betroffenheit aufrechterhalten und ein Teil dessen bleiben, wovon wir sprechen", proklamiert Altrebell Cohn-Bendit. Der "Auftritt" dagegen betreibe Profi-Journalismus - in einer "distanzierten, von außen beurteilenden Weise" (Cohn-Bendit). Es ist wohl das, was "Auftritt"-Redakteur Reimar Oltmanns (früher "Stern") "nicht missionarischen Eifer, sondern kritische Aufklärung" nennt: Attacken mal gegen die Grünen, mal gegen CDU-Oberbürgermeister Walter Wallmann.
Der "Pflasterstrand" konnte sich die Geschäftstüchtigkeit des jugendlichen "Auftritt"-Mitverlegers Jan-Peter Eichhorn, eines 24jährigen Wirtschaftsstudenten, der gleich nach dem Abitur mit geliehenem Geld anfing, nur damit erklären, daß er Mitglied der Jungen Union sei. Eichhorn, Partner des Chemiestudenten Gerhard Krauß, erwirkte gegen die Falschbehauptung vorletztes Jahr eine Unterlassungserklärung von Cohn-Bendit. Letztes Jahr zog die "andere zeitung" mit der Version nach, der "Auftritt" finanziere sich teilweise über CDU-Aufträge an die blatteigene Setzerei. Das Landgericht verbot auch diese Äußerung als "unstreitig unrichtig".
Der Hintergrund solcher Mutmaßungen (Oltmanns: "typisch konspiratives Denken") ist klar. Die Platzhalter der kritischen Gegenöffentlichkeit argwöhnen, von allzu schicken, nur noch kommerziell geprägten Produkten überschwemmt zu werden. Der jüngste Fall spielte in Köln: Dort machte der alternative "Schauplatz" im Mai dicht, und im Juni kam "Der Kölner" heraus, eine Stadtillustrierte mit Klatsch- und Konsumcharakter. "Was früher in Latzhosen latschte", mokiert sich Hamburgs "Szene"-Gründer Klaus Heidorn, "kommt heute auf Stöckelschuhen einher."
"tango" hat die jungbürgerliche Zielgruppe schon beschrieben: "Neues Leistungs- und Genußbewußtsein anstelle alter Protesthaltung", dazu "gut aussehen, gepflegt sein, Manieren haben, und das alles ohne irgendeine Ideologie".
Überschrift: "Die jungen Spießer."

DER SPIEGEL 42/1985
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