05.05.1986

„Der Urmensch war behaart“

Aus dem Auftritt eines Werbeverkäufers *
So, dann wollen wir mal anfangen. Ich heiße euch alle recht herzlich willkommen hier im "Jägerhaus" in Neustadt mit einem ganz lieben "Grüßt euch Gott". Ich mach' es kurz und schmerzlos. Manche von euch kennen mich schon, die war'n schon bei mir, und wer mich noch nicht kennt, der lernt mich heute kennen.
Ich habe Ihnen meine Wollbetten gleich hingelegt, und ich weiß, daß manch einer von Ihnen dabei ist, der in einem solchen Bett schläft. Darf ich gleich mal fragen, wer von euch hat denn ein solch komplettes Gesundheitsbett? Eins, zwei, drei, vier fünf, ihr noch ned? Ah ja doch, ihr habt aber jeder eins, ihr schlafed ned in einem. Ha des goht nemme, gell, des hend ihr früher amol g'macht, heut braucht m'r sein eigene Platz. Also hammer doch einige dabei, gell, jawoll, schön!
Sie kuren jetzt jede Nacht, gell. Ja, das tut man, wenn man sich in so ein Bett hineinlegt, von dem Augenblick an, wo man sich auszieht und hineinlegt, von dem Moment an kurt man in diesem Bett, das ist nämlich kein Modeartikel, sondern ein medizinisch-therapeutisch getestetes Bett.
Wer in Wolle schläft, schläft von vorneherein gesünder und intensiver. Selbst dann, wenn du arbeitslos bist, und du kannst trotzdem noch in so ein Bett hineingehen und kannst schlafen, dann ist das eine wunderbare Sache.
Federbetten gibt es erst seit 159 Jahren, nämlich seit der Biedermeierzeit, vorher hat kein Mensch in Federbetten geschlafen. Die Menschen haben geschlafen auf Roßhaarmatratzen, auf Stroh, und da gibt es heute noch Leute, die sich einbilden, daß Schlafen in Stroh eine unsaubere Sache war. Das war's aber ned. Es war sauberer als jemals Schlafen in Federbetten. Weil Stroh atmungsfähig war, hat man weder gefroren noch geschwitzt, es wurde regelmäßig gewechselt. Und was mached die Leut' heut? Die liegen in ihre Federbetten. fünf Jahre, zehn Jahre, manche noch länger in ein und demselben Käsblocke.
Was ich Ihnen hier hingelegt habe, meine Damen und Herren, das gibt's seit Jahrmillionen Jahren. Der Urmensch war zuerst behaart, richtig. Und dann verlor er mehr und mehr Haare, und was hat er dann gemacht? Er hat sich in Tierfell gelegt und mit Tierfell zugedeckt. Sehen Sie? Seit es den Menschen gibt, gibt es diese Betten.
Reine Schurwolle, meine Damen und Herren, ist die natürlichste Klimaanlage der Welt, sie atmet, und daraus entsteht ein gesundes Schlafverhalten. Wer heute noch in Federbetten schläft, der wundert sich oft, daß er früh ins Bett geht und morgens trotzdem schlagkaputt aufwacht, das liegt an den Federn, weil sie lassen keinen Sauerstoff an den Körper, und deswegen kämpft ihr Körper die ganze Nacht gegen dieses Bett.
Denn Federbetten ziehen die Feuchtigkeit an, die aus der Luft und die, die der menschliche Körper ausscheidet in der Nacht. Sie scheiden in der Nacht mehr Flüssigkeit und Bakterien aus wie je am Tage. Und das bleibt in ihren geliebten Federbetten.
Dann kommt noch ein Punkt: Federbetten verstärken Schmerzen. Legen Sie sich mal mit Ohrenschmerzen oder Zahnschmerzen auf ein Federkissen. Mit Rheuma oder Bandscheibenschmerzen, da geh'sch glatt die Wänd' hoch. Das sind die Federn. Sie ziehen die Schmerzen an und werfen sie mit doppelten Intervallen wieder zurück. Das heißt: Sie rammeln und wurschteln die ganze Nacht.
Außerdem schützt ein echtes Schurwollbett auch vor Wasseradern. Durch die Strahlungen, die heute in der Erde sind, werden die Wasseradern nämlich verstärkt. Wolle schützt vor solchen Strahlungen und auch vor Bakterien.
Aus dem falschen Schlafen entstehen bei uns nämlich Krankheiten, die zur Volksseuche geworden sind. Und da ist nicht der liebe Gott dran schuld, da sind nicht die Ärzte dran - schuld, sondern da sind die Leut' selber dran schuld, weil sie nämlich für allen Scheißdreck Geld hend, aber wenn's um die Gesundheit geht, dann hocken sie auf m Pfennig wie der Teufel auf der armen Seele.
Rheuma zum Beispiel ist die Volksseuche Nummer eins. Zu 90 Prozent kommt Rheuma aus dem verkehrten nächtlichen Schlaf. Die schlimmste Krankheit aber, das ist der Krebs. Und der steckt in uns allen drin. Zu 90 Prozent bricht der Krebs im Menschen aus, wenn die Seele krank ist, und die Seele wird krank, wenn du nachts nicht schlafen kannst. Deshalb entscheidet sich im Bett das ganze Leben eines Menschen, schon von Kindesbeinen an.

DER SPIEGEL 19/1986
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