10.03.1986

Gold-Guru auf dem Holzweg

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"Eine Umkehr des Dollarkurses" ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern absolut unmöglich!" schrieb Paul C. Martin, Deutschlands lautester Wirtschafts- und Finanzprophet, am 5. Februar 1984 in der "Welt am Sonntag" ("WamS"). Der Publizist, in dessen teuren Seminaren und Vorträgen sich vermögen- und heilsuchende Kapitalbesitzer drängeln, hat zwar ein Gespür für schlagzeilenträchtige Auftritte, aber eine weitaus weniger gute Nase für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. Als der Goldpreis seinen langjährigen Abwärtskurs begann, propagierte Martin "Gold schlägt Geld". Dann verabschiedete er sich heimlich von dieser Empfehlung und pries wiederum lautstark Dollar-Anlagen an. In dem "WamS"-Artikel schlug er dem Banker Wilfried Guth vollmundig eine Wette vor: "Ich zahle dem Chef der Deutschen Bank eine Million, wenn der Kurs des Dollar in Reagans Amtszeit 2,30 Mark unterschreitet". Dollar-Kurs am Freitag vergangener Woche: 2,24 Mark.

DER SPIEGEL 11/1986
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