12.05.1986

„Gefällige Musik“ beim Genickschuß

SPIEGEL-Redakteur Wolfgang Malanowski über den Krefelder Thälmann-Prozeß *
Am 14. August 1944 hat Hitler befohlen Ernst Thälmann, ehedem Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands und Reichstagsabgeordneter, seit 3. März 1933 in "Schutzhaft" der Gestapo, zu töten. Das ist bewiesen.
Bei einer Besprechung mit Hitler im Führerhauptquartier "Wolfschanze" notierte der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, unter Punkt 12: "Thälmann ist zu exekutieren." Das Beweisstück, das Original dieser Morddirektive, fand sich im Koblenzer Bundesarchiv.
Sicher ist, daß der legendäre Arbeiterführer Ernst ("Teddy") Thälmann, damals 58, in der Nacht zum 18. August 1944, vier Tage nach dem "Todesurteil", im Krematorium des Konzentrationslagers Buchenwald von einem SS-Kommando ermordet, seine Leiche sogleich verbrannt worden ist. Seine Asche sei dunkel gewesen, anders als sonst nach Verbrennungen, sagen Zeugen aus; das lasse darauf schließen, daß das Opfer bekleidet war.
Widerlegt ist die offizielle NS-Version, Thälmann sei am 24. August 1944 bei einem alliierten Luftangriff auf SS-Unterkünfte und Munitionslager des KZ Buchenwald ums Leben gekommen.
"Feindeinwirkung" steht auf dem Totenschein.
Aber wer waren die Täter, wer hat geschossen, drei, vier Schüsse sollen gefallen sein, oder, juristisch: Wer leistete "Beihilfe zu der vorsätzlich und rechtswidrig, heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangenen Tötung"? Wolfgang Otto, vom ersten bis zum letzten Tag des Krieges einer der Henkersknechte im KZ Buchenwald, zur Tatzeit SS-Stabsscharführer. "Spieß" der Kommandantur, Leiter der Schreibstube des KZ, heute Lehrer im Ruhestand?
Gegen ihn wurde seit dem 5. November 1985 vor dem Krefelder Landgericht wegen Beihilfe zum Mord an Thälmann verhandelt. Der Angeklagte, heute 74, sitzt da wie die Unschuld im Lande, grau in grau, genervt, aber devot, unbewegt und angepaßt. Otto läßt sich ein wie schon alle NS-Schergen und Schreibtischtäter in vergleichbarer Lage: "Ich bin ja kein hohes Tier gewesen. Ich habe nur die Funktion, die Dienstleistung erfüllt; die Befehle, diese Verfügungen, kamen immer von oben."
Die "Funktion, die Dienstleistung": Otto, Lehrer Otto, tat Dienst in der KZ-Schreibstube. Der Stabsscharführer konnte ja besser schreiben und lesen als manch anderer Totenkopf-Soldat; auf Grammatik und Stenographie verstand er sich, das hatte er gelernt. Er war verantwortlich für die ordnungsgemäße, reibungslose "Durchführung" der Exekution; Termine mußten angesetzt und eingehalten, die Spuren beseitigt und Vollzug nach oben gemeldet werden.
Otto: "Dabei habe ich zunächst die Personalien des zu Erhängenden feststellen müssen, indem ich aus den Unterlagen den Namen vorlas und jeweils fragte, ob der zu Erhängende das war. Der Betreffende gab entweder durch Zeichen oder durch einen verständlichen Laut bekannt, daß er das war."
Bei einigen Hinrichtungen war er dabei, waren es fünfzig? Ein paarmal hat er auch geschossen, fünf- oder sechsmal? Aber meistens hat er nur die Toten "als erledigt abgehakt oder, bei den Exekutionen mit der Genickschußanlage im sogenannten Pferdestall, "etwas gefälligere Musik" eingeschaltet, mit der die Todesschüsse und -schreie übertönt werden sollten.
Otto sah auch mal zu, wie die Opfer an den Wandhaken im Keller des Krematoriums
umgebracht wurden. "Dieser Anblick", erinnert er sich, "war noch weniger ästhetisch als der einer Hinrichtung durch Strick und Falltreppe". Die Häftlinge "wurden nämlich hochgehoben, ihnen dann der Strick um den Hals gelegt und kamen so am Haken hängend zu Tode". Aber beileibe, mit dem Mord an Thälmann hat er, nichts zu schaffen".
Kronzeuge sozusagen im Krefelder Prozeß ist - der tote - Marian Zgoda, ein Pole, damals Häftling im Block 27 und Leichenträger in Buchenwald. Er beschuldigte Otto, zuerst am 6. November 1948 vor dem Amtsgericht München später noch zweimal, allerdings mit gewissen Abweichungen in seinen Aussagen, bei dem Mord dabeigewesen zu sein.
Zgoda, gestorben 1967, erinnerte sich genau - "von wegen was an dem Tag passierte". Am Nachmittag des 17. August hieß es nämlich überraschend, "sofort einen Verbrennungsofen anheizen", dann wurde das Leichenträger-Kommando eingeschlossen, was "ganz ungewöhnlich war", denn, so Zgoda, "sonst konnten wir uns... es war ja Sommer... so lange wie wir wollten, im Krematoriumshof aufhalten". Zgoda jedoch hielt es nicht in der verriegelten Mannschaftsunterkunft; er wollte wissen, "was das alles zu bedeuten hatte".
Er sei durch einen Luftschacht hindurchgekrochen und "so auf den Hof gelangt". In der Nähe des Krematoriums versteckte sich Zgoda hinter einem Schlackenhaufen. Gegen Mitternacht sah er einen Mann "groß und breitschultrig, er trug keinen Hut", und so konnte Zgoda erkennen, "daß er eine Glatze hatte, die bis zum Hinterkopf reichte".
Dann fielen vier Schüsse. Nach dem Mord kamen, sagte Zgoda weiter aus, "Stabsscharführer Otto und der Rapportführer Hofschulte aus dem Krematorium und gingen über den Hof zum Tor. Dabei kamen sie dicht an dem Schlackenhaufen vorbei, hinter dem ich mich versteckt hatte". Da hörte ich, wie Otto Hofschulte fragte, ob er wisse, wer das gewesen sei. Hofschulte sagte: ''Nee.'' Da antwortete Otto: ''Das war der Kommunistenführer Thälmann.''"
42 Jahre nach der Tat, 24 Jahre nach der ersten Anzeige gegen den Lehrer Otto ging es auch im Krefelder Verfahren vornehmlich um die Aussagen des _(Letztes Bild von Thälmann, in einem ) _(Gefängnis in Hannover heimlich ) _(photographiert von seiner Tochter Irma ) _(Gabel-Thälmann. )
toten Zgoda. Siebenmal seit 1962 hatten die Staatsanwälte die Ermittlungen eingestellt, jedesmal hatten sie vor allem Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen.
1962 hatte der Ost-Berliner Anwalt Friedrich Karl Kaul die erste Strafanzeige gestellt; beim Landgericht Köln, namens der Witwe des Ermordeten, Rosa Thälmann. Als Rosa Thälmann ein halbes Jahr später starb, erklärte die Staatsanwaltschaft, die Vollmacht sei erloschen, die Ermittlungen seien eingestellt.
Auf Kauls Beschwerde dagegen, nun namens der Tochter des KPD-Führers, Irma Gabel-Thälmann, beschied Staatsanwalt Hans Peter Korsch: "Insbesondere hat die Vernehmung des als ''Augenzeuge'' bezeichneten Marian Zgoda keine hinreichende Klärung des Sachverhalts erbracht." Es sei "kein Licht in die Sache zu bringen".
Ähnlich befand noch 1984 das Landgericht Kleve. Zgodas Aussagen seien "in entscheidungserheblichen Punkten schwankend, widersprüchlich und kaum nachvollziehbar". Es lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, weil eine Verurteilung Ottos "nicht wahrscheinlich" sei; die "Erkenntnismöglichkeiten" seien "drastisch eingeschränkt".
Nicht zuletzt allerdings wegen der schleppenden, verschleppenden, ja widerwilligen Ermittlungsarbeit der deutschen Nachkriegsjustiz. "Dieser Jagdhund", stellte Kaul fest, "mußte zur Jagd getragen werden."
Als das Hauptverfahren vor dem Krefelder Landgericht durch ein Klageerzwingungsverfahren des Bremer Rechtsanwalts Heinrich Hannover namens der Thälmann-Tochter Irma Gabel-Thälmann schließlich unabwendbar war, gestand der Anklagevertreter, Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Röseler: "Ein Wurm, der oft genug getreten wird, krümmt sich."
Nach mehr als vier Jahrzehnten erschwerten die aus vielen anderen NS-Prozessen hinlänglich bekannten Hindernisse die Wahrheitsfindung: erinnerungsschwache Zeugen, Zeugen, die "nicht mehr aussagefähig" waren, "offensichtlich infolge altersbedingten Abbaus der geistigen Kräfte", tote Zeugen, widersprüchliche Aussagen, Kameraden-Retusche und Opfer-Befangenheit. Gemeinsame Erinnerungsarbeit zugunsten der Wahrheit, vor 20, 30 Jahren noch möglich, war nicht mehr zu leisten.
"Wir müssen jetzt einen ''Geisterprozeß''... führen", bedauerte Nebenkläger Hannover. Er glaubt dennoch, daß "dieses Verfahren gegen Wolfgang Otto auch dann seine historische Bedeutung behält, wenn es etwa nicht zur Verurteilung des Angeklagten kommen sollte". Denn hier werde ein "historischer Tatbestand aufgearbeitet, der bisher durch Verschweigen erledigt werden sollte".
Nicht nur das, und das nur in zweiter Linie, denn daß Thälmann von den Nazis umgebracht worden ist, steht längst in den Geschichtsbüchern. Lehrreich, weil seinerzeit typisch, ist die deutsche Nachkriegskarriere des Angeklagten Otto. Ebenso lehrreich, weil seinerzeit typisch, ist der Zungenschlag der deutschen Nachkriegsjustiz, der im Zusammenhang
mit dem Fall Thälmann zu vernehmen war.
Wolfgang Otto aus Eichenau/Oberschlesien, römisch-katholisch, SS-Mann und Parteigenosse, seit 1937 Lehrer an einer zweiklassigen Volksschule, wurde, nach damals üblichem "automatischen Arrest", 1947 von einem US-Militärgericht in Dachau wegen "Mithilfe und Teilnahme an den Operationen des Konzentrationslagers Buchenwald" (über den Thälmann-Mord wurde nicht verhandelt) zu 20 Jahren Haft verurteilt, dann zu zehn Jahren begnadigt.
Er war, im Kriegsverbrechergefängnis Landshut, ein braver Häftling, ruhig und freundlich. Bei Gottesdiensten in der Kapelle spielte er die Orgel, regelmäßig nahm er an den heiligen Sakramenten teil, allseits, wie der Gefängnis-Pfarrer bescheinigt, "als katholischer Mann sehr geschätzt". 1952 wurde Otto vorzeitig aus der Haft entlassen.
Ein Jahr später war er wieder Lehrer, zu erst in Goch, dann an der katholischen Knabenschule "St. Michaelis" in Geldern. Gleich darauf erteilte ihm der Bischof von Münster die "Missio", die Erlaubnis zum Religionsunterricht. Aus seiner Vergangenheit hatte er keinen Hehl gemacht, warum auch.
Erst als Otto 1962 durch die Kaul-Anzeige des Mordes an Thälmann beschuldigt wurde, rührte sich das Kultusministerium in Nordrhein-Westfalen. Es entließ ihn wegen "arglistiger Täuschung" aus dem Beamtenstatus. Doch so einfach war das nicht. Das Verwaltungsgericht gab dem Land, das Oberverwaltungsgericht dem suspendierten Lehrer recht. Um sich eine Abfuhr vor dem Bundesverwaltungsgericht zu ersparen, verstand sich das Kultusministerium zu einem schändlichen Vergleich. Es sprach Otto, der seine Klage zurückgezogen hatte, einen lebenslänglichen Versorgungsanspruch zu: 1700 Mark netto pro Monat - unter Anrechnung der KZ-Zeit! Seitdem ist Otto bei den Geldenern der "Herr Lehrer im Ruhestand".
Was dagegen den Hauptbelastungszeugen Zgoda angeht, so schien deutschen Nachkriegsjuristen spezieller Argwohn stets geboten. "Abgerundet wird das Bild des Zeugen, der heimatloser Ausländer ist", hatte Staatsanwalt Korsch einst in einem Einstellungsbeschluß begründet, "durch die Tatsache, daß er im Jahr 1951 wegen Verteilens kommunistischer Flugblätter in Erscheinung getreten ist."
Und: Ist Thälmann denn überhaupt ermordet worden? Die nach Paragraph 211 des Strafgesetzbuches eine Mordtat qualifizierenden Merkmale - Heimtücke, Grausamkeit und niedrige Beweggründe - seien nicht gegeben, belehrten 1974 Juristen in einem anderen Einstellungsbeschluß.
"Zugunsten" der Beschuldigten sei nämlich "von der Annahme auszugehen, daß Thälmann nicht arglos gewesen ist, als er nächtens in das Krematorium des KZ Buchenwald gebracht worden war". Niedrige Beweggründe? Nein: Die Beteiligten hätten "offensichtlich nur einem Befehl Folge geleistet". Daher sei das Verfahren "insgesamt einzustellen".
Nach Abschluß der Beweisaufnahme im Krefelder Thälmann-Prozeß, nach 31 Verhandlungstagen, der Einvernahme von 43 Zeugen, einem Lokaltermin im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald hatte am Dienstag vorletzter Woche die Staatsanwaltschaft wieder das Wort. Walter Brendle plädierte wie ein Verteidiger: "Wie man eigentlich noch feststellen" wollte - ob Zgodas "Aussagen stimmen" und "wie er an den
Beobachtungsort gelangen konnte", denn den Luftschacht,. aus dem der Zeuge geklettert sein will, "den gibt es nicht".
Und Zgodas Motiv für die Aussage? Vielleicht fürchtete er, im Fall Thälmann selbst strafrechtlich verfolgt zu werden? Brendle: "Es könnte sein, ich weiß es nicht", und: "Hatte er nicht gute Kontakte zur SS?" Dem Staatsanwalt kamen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen. "Ob und inwieweit Otto bei der Ermordung Thälmanns tätig" geworden sei, vermochte er "mit der für eine Beurteilung notwendigen Sicherheit" nicht nachzuweisen.
"Absolut unbefriedigend" nennt Brendle diesen Erkenntnisstand; naheliegende Konsequenz: Freispruch.
Nebenkläger Hannover, ein auch in Prozessen mit politischem Hintergrund hervorragend bewährter Anwalt, stand vor dem gleichen Dilemma - nur zog er seine eigenen Schlüsse daraus. Ankläger-Routine war es wohl noch, daß er an der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen festhielt - Zgoda sei "wirklich Augenzeuge der Erschießung Thälmanns" gewesen - und folgerte, der Angeklagte sei "überführt".
Doch ob Zgoda wirklich rundum glaubwürdig und Otto bei dem Mord im Krematorium leibhaftig dabei war, geriet in dem packenden Plädoyer des Nebenklägers zur Nebensache. Das Gericht habe den Angeklagten "auch dann" schuldig zu sprechen, wenn es sich
"nicht davon überzeugen sollte, daß er zu der Personengruppe gehörte, aus der die tödlichen Schüsse" gefallen seien.
Denn Otto war ein Schreibtischtäter wie Eichmann. Er war, so Hannover, "an Exekutionen nicht nur als Schütze und Protokollführer, sondern auch in seiner verwaltenden Funktion als Spieß und "Schreibstubenhengst beteiligt" und so auch für "Thälmanns Tod mitverantwortlich".
Nun ist die Rechtsfigur des Schreibtischtäters, sosehr sie in Sprachgebrauch und Rechtsbewußtsein eingegangen ist und der Rechtslogik entsprechen mag, ein, sagt auch Hannover, "historisch neues Phänomen". Rechtsdogmatisch sei das Problem "von der Rechtsprechung nicht zufriedenstellend gelöst".
Der Anwalt selbst verwies darauf, daß sogar das Bezirksgericht Jerusalem, das den Schreibtischmörder Eichmann verurteilte, zunächst bemüht war, ihm einen mit eigener Hand begangenen Mord nachzuweisen- "sicherheitshalber". Als das nicht gelang, befand es, "die Nähe oder Entfernung des einen oder anderen dieser vielen Verbrecher zu dem Mann, der das Opfer tatsächlich tötete", könne "überhaupt keinen Einfluß auf den Umfang der Verantwortlichkeit haben".
Ähnlich hieß es 1962 in dem Urteil des Bundesgerichtshofs gegen den sowjetischen KGB-Agenten Bogdan Staschynski, der in Moskauer Auftrag zwei ukrainische Exilpolitiker in München mit einer Blausäurepistole ermordet hatte: _____" Wer fremde verbrecherische Ziele zur Grundlage " _____" eigener Überzeugung und eigenen Handelns macht oder wer " _____" in seinem Dienst oder Einflußbereich dafür sorgt, daß " _____" solche Befehle rückhaltlos vollzogen werden... kann sich " _____" deshalb nicht darauf berufen, nur Tatgehilfe seiner " _____" Auftraggeber zu sein. Er ist regelmäßig Täte. "
Aber kaum hatten die Karlsruher Richter einen Schritt in die richtige Richtung getan, setzten sie, im selben Spruch, zwei Schritte zurück: _____" Anders kann es rechtlich jedoch bei denen liegen, die " _____" solche Verbrechensbefehle mißbilligen und ihnen " _____" widerstreben, sie aber gleichwohl aus menschlicher " _____" Schwäche ausführen, weil sie der Übermacht der " _____" Staatsautorität nicht gewachsen sind und Ihr nachgeben, " _____" weil sie den Mut zum Widerstand oder die Intelligenz zur " _____" wirksamen Ausflucht nicht aufbringen, sei es auch, daß " _____" sie ihr Gewissen vorübergehend durch politische Parolen " _____" zu beschwichtigen und sich vor sich selber zu " _____" rechtfertigen suchen. "
Trotz dieser vom Bundesgerichtshof aufgezeigten Ausflucht-Möglichkeiten bleibt Hannover dabei: Wenn das Krefelder Landgericht "davon ausgeht, Herr Otto ... habe in diesem einen Fall nicht die Pistole, sondern nur den Exekutionsbefehl in der Hand gehabt, dann wird es die Frage beantworten müssen, ob auch die zur Durchführung einer Exekution erforderliche Verwaltungsarbeit ein Tatbeitrag ist oder nicht".
Das Gericht wird das sicherlich tun - am 15. Mai, wenn es sein Urteil spricht. Ob es mit der in NS-Verbrecher-Prozessen üblichen Rechtspraxis bricht, die der Publizist Jörg Friedrich in seinem Buch "Die Kalte Amnestie" so umschrieben hat?: "Man ließ die Unteren die Schuld den Höheren, die Höheren sie den Unteren zuspielen. Letzten Endes landete sie regelmäßig bei Hitler und Himmler in der Hölle."
Letztes Bild von Thälmann, in einem Gefängnis in Hannover heimlich photographiert von seiner Tochter Irma Gabel-Thälmann.
Von Wolgang Malanowski

DER SPIEGEL 20/1986
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