10.03.1986

Heißer Ozean bedeckt Uranus

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Die Auswertung der Daten, welche die Raumsonde Voyager 2 vorletzten Monat zur Erde funkte, hat "deutliche Hinweise" geliefert, daß der Planet Uranus rundum von einem Ozean superheißen Wassers bedeckt ist. Die etwa 8000 Kilometer dicke Wasserhülle umschließt einen felsigen, aber überwiegend geschmolzenen Kern, der etwa so groß ist wie die Erde. Die Temperatur des Uranus-Meeres erreicht, wie die Raumfahrtwissenschaftler in Pasadena, Kalifornien, mitteilten, mehrere tausend Celsius-Grade. Wegen des Druckes, den die darüberliegende, viele tausend Kilometer dicke Uranus-Atmosphäre ausübt, kocht das Wasser nicht. Andererseits wird es durch die hohe Temperatur des Planetenkerns daran gehindert zu erstarren. Die Voyager-Messungen stützen die Hypothese, daß Uranus - anders als die näher gelegenen Planeten Jupiter und Saturn - aus einer gewaltigen Konglomeration von Kometen entstanden ist, die in kosmischer Vorzeit aufeinanderstürzten: Kometen bestehen, vermuten die Wissenschaftler, überwiegend aus gefrorenem Wasser.

DER SPIEGEL 11/1986
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