16.06.1986

Gefahr durch Lotsen

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Zwei Beinahe-Katastrophen im deutschen Luftraum haben am vergangenen Donnerstag die Bundesregierung aufgeschreckt. Um sieben Uhr früh verpaßten sich in 25000 Fuß Höhe über Lichtenau südlich von Kassel nach dem Notmanöver eines Piloten zwei vollbesetzte Lufthansa-Boeings auf Flügen nach Hannover und Stuttgart nur "um maximal 200 Meter" (ein Fluglotse). Eine Stunde später entgingen ein "C-141-Starlifter"-Transporter und drei F-15-Jäger der US-Luftwaffe, auf direktem Kollisionskurs über Idar-Oberstein, nur um Haaresbreite dem Zusammenprall. Insider im Bonner Verkehrsministerium bringen die gefährliche Fehlerhäufung bei den Fluglotsen mit tarifrechtlichen Spannungen in Verbindung. Tatsächlich will das zuständige Verkehrsministerium den Lotsen "trotz steigender Belastung" (Verband Deutscher Flugleiter) erneut Zulagen streichen, und die Bundesanstalt für
Flugsicherung hat die Unzufriedenheit mit einem Statement verstärkt, wonach die Controller "keine kreativen, intelligenten Leute" sein müßten.

DER SPIEGEL 25/1986
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Gefahr durch Lotsen

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